Aktueller Fall vor Gericht / Brauchen wir mehr Prävention? Wenn der liebe Opa ein Sextäter ist

(tk). Ein 63-Jähriger aus dem Landkreis Stade missbraucht seine Enkelin und zwei seiner Nichten – der Fall wurde aktuell vor dem Amtsgericht Buxtehude verhandelt. Die Konsequenzen für den Täter sind eher milde. Die Haftstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Wenige Wochen zuvor wurde ein Mann aus Buxtehude wegen des Besitzes von Kinder- und Jugendpornographie zu einer Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt. Ist das, wie es im Juristendeutsch heißt, tat- und schuldangemessen?

Die Gerichtsverhandlungen, über die das WOCHENBLATT in den vergangenen Monaten in den Landkreisen Stade und Harburg berichtet hat, sind die Spitze des sprichwörtlichen Eisbergs. Wer diese Prozesse verfolgt und sieht, welche Zerstörungen Sextäter bei ihren Opfern anrichten, fragt sich: Was passiert noch alles unentdeckt, welche Abgründe tun sich auf, ohne dass sie bemerkt werden?

Brauchen wir härtere Gesetze oder etwas anderes? Was die Gesellschaft mit Sicherheit benötigt, ist eine Kultur des Hinsehens. Wenn der nette Opa eben doch nicht der liebevolle Großvater, sondern ein Sextäter ist, der das Vertrauen seiner Enkelin schamlos ausnutzt, dann muss das schneller auffallen. Wir brauchen daher bessere Präventionsstrukturen, wir brauchen dafür mehr Geld.

•Was ist Ihre Meinung? Mehr Abschreckung durch härtere Strafen, eine sehr viel weiterreichende Präventionsarbeit? Und: Wird für Opfer von sexuellem Missbrauch genug getan? Sie erreichen Die Redaktion per Mail an thomas.kreib@kreiszeitung.net.

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