Geschlagen und getreten Asia-Shop-Besitzer nach brutalem Überfall traumatisiert

bim. Buchholz. Manh Tien Hoang ist ein herzensguter Mensch. Wann immer jemand seine Unterstützung brauchte, half der Vietnamese aus Buchholz gerne – mit Rat und Tat und manchmal sogar mit Kleingeld für den Bus. Der Verein der Vietnamesen im Landkreis Harburg, dessen Vorsitzender der 55-Jährige ist, versorgte auf seine Initiative hin viele Bürger gleich zu Beginn der Corona-Pandemie mit selbstgenähten Mund-Nasen-Bedeckungen. Doch seit vergangenem Juni ist Manh Tien nicht mehr derselbe: „Ich habe sehr große Angst, sie haben mir alles genommen“, erklärt der traumatisierte Mann, der in seinem Asia-Shop brutal von zwei Männern überfallen wurde.
Die beiden mutmaßlichen Täter, zwei Georgier im Alter von 35 und 46 Jahren, müssen sich derzeit vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Stade wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Ein Urteil wird Ende Januar erwartet.
Es war der Dienstag nach Pfingsten 2020. „Nachdem die letzte Kundin das Geschäft gegen 17 Uhr verlassen hatte, kamen zwei Männer in den Laden. Der Jüngere schloss die Tür, die vorher mit einem Keil geöffnet war. Der andere zog sofort eine Pistole und schlug damit auf mich ein. Als ich weglaufen wollte, sprang er auf mich drauf und schlug mich weiter“, berichtet Manh Tien Hoang. Bestimmt 30 Mal habe der Ältere ihm mit der Pistole auf den Kopf geschlagen, der Jüngere immer wieder gegen seinen Kopf getreten. „Sie haben nichts gesagt, mich nur geschlagen“, sagt Manh Tien Hoang fassungslos. Irgendwann, als er schon fast bewusstlos gewesen sei, habe er zur Tür torkeln und um Hilfe rufen können. Als Passanten Polizei und Rettungswagen riefen, seien die Täter mit seiner Tasche mit Bargeld durch die Hintertür geflüchtet. „Als ich die Pistole sah, dachte ich, gleich bin ich tot“, erinnert sich der 55-Jährige. „Aber dank Gott lebe ich noch“, sagt er dankbar.
Manh Tien Hoang erlitt 26 Platzwunden und verbrachte mehrere Tage im Krankenhaus und danach in ambulanter Behandlung. Zahlreiche Narben zeugen von dem unvermittelten Angriff, den er wie durch ein Wunder überlebte. Doch das Trauma bleibt. Sein Geschäft, das er rund 20 Jahre lang führte, kann Manh Tien Hoang seit dem brutalen Überfall fast nicht mehr betreten, befindet sich seitdem in psychologischer Behandlung und scheut Kontakt zu Fremden. Stattdessen steht sein Sohn Manh Hieu Hoang, der eigentlich Steuerberater ist und seine Arbeit vorübergehend unterbrochen hat, seit sieben Monaten hinter dem Tresen.

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