Neuer Bußgeldkatalog Für Raser wird es deutlich teurer

Neuer Bußgeldkatalog: Bereits ab 21 km/h zu schnell ist die Fahrerlaubnis weg / Bevorzugungen von Radfahrern

(thl). Autofahrer aufgepasst! Seit gestern gilt in Deutschland der neue Bußgeldkatalog für Verkehrssünder, dem der Bundesrat im Februar zugestimmt hatte – und er enthält drastische Verschärfungen. Radfahrer werden hingegen zukünftig bevorzugt behandelt.
Für Raser brechen ganz schwere Zeiten an. Denn künftig ist der Führerschein schon bei einer Tempoüberschreitung von 21 km/h innerorts für einen Monat weg. Hinzu kommen ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro und zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg. Zur Beachtung: Bisher wurde immer erst ein Fahrverbot ausgesprochen, wenn innerhalb von Ortschaften mehr als 31 km/h zu schnell gefahren wurde.
Außerorts heißt es für vier Wochen Abschied von der Fahrerlaubnis nehmen, wenn man mehr als 26 km/h (bisher 41 km/h) zu schnell ist. Hinzu kommen 95 Euro Bußgeld.
Wer mit einer Blitzer-App erwischt wird, wird mit 75 Euro zur Kasse gebeten.
Deutlich teurer wird auch das Nichtbilden einer Rettungsgasse. Stand dieses seit Ende 2017 bereits unter Strafe (200 Euro/zwei Punkte), wenn es zu einer Behinderung oder Gefährdung Dritter beziehungsweise zu einer Sachbeschädigung kam, so fällt diese Grundlage jetzt weg. Das heißt, wer künftig keine Rettungsgasse bildet, wird in jedem Fall zur Kasse gebeten und bekommt obendrein noch ein einmonatiges Fahrverbot aufgebrummt. Gleiches gilt für Autofahrer, die die Rettungsgasse nutzen, um im Stau schneller voranzukommen. Neben Fahrverbot und zwei Punkten in Flensburg, müssen sie künftig 240 Euro zahlen.
Erhöht wurden auch die Bußgelder für Falschparker. Autofahrer, die in zweiter Reihe halten, müssen z.B. künftig 55 Euro zahlen, genau wie Autofahrer, die widerrechtlich auf Schwerbehinderten-, E- oder Carsharing-Plätzen stehen. Wer durch sein Falschparken Rettungsfahrzeuge behindert, ist künftig mit 100 Euro und einem Punkt in Flensburg dabei.
Sogenannte „Autoposer“ müssen ebenfalls tiefer in die Tasche greifen. Bei ihnen werden 100 Euro fällig, wenn sie unnötig Lärm und Abgase verursachen und unnütz hin- und herfahren.
Fahrradfahrer hingegen sind die Gewinner des neuen Bußgeldkataloges. So dürfen sie künftig ausdrücklich nebeneinander fahren, wenn der Verkehr dadurch nicht behindert wird. Autofahrer müssen beim Überholen einen Abstand von 1,50 Meter (innerorts) bzw. zwei Meter (außerorts) einhalten. Zudem gibt es verschärfte Straftarife für Autofahrer, die auf Schutzstreifen oder Radwegen halten. Und Lkw und Kleintransporter dürfen künftig nur noch mit Schrittgeschwindigkeit rechts-abbiegen. So sollen die Unfälle mit Radfahrern und Fußgängern im toten Winkel reduziert werden.

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