Vorfall in Regesbostel Wer schoss auf Jack-Russell-Terrier „Addi“?

bim. Regesbostel. Wie gestört muss jemand sein, der so etwas macht? Jack-Russell-Terrier „Addi“ wurde am Freitag der Vorwoche (20. November) auf dem umzäunten Grundstück seiner Halter Marie und Norman Bremer in Regesbostel (Samtgemeinde Hollenstedt) ins Auge geschossen. Der zweijährige Rüde spielte gerade mit seiner Jack-Russell-Freundin „Motte“ (4) fröhlich im Garten. Die junge Familie ist total geschockt und bangt jetzt um das Augenlicht ihres Lieblings. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, haben die Bremers eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt.
Marie Bremer war an dem Freitag gegen 14 Uhr nach Hause gekommen, ließ die Hunde in den Garten und wickelte ihre sechs Monate alte Tochter. „Plötzlich hörte ich ‚Addi‘ schreien“, sagt Marie Bremer. Wenn die Hunde sich kabbeln, quietschen sie schon mal. Doch was Marie Bremer an dem Tag hörte, ließ sie sofort das Schlimmste befürchten. „‚Addi‘ war völlig panisch, sprang immer wieder an der Terrassentür hoch und kniff die Augen zu. Ich dachte, eine verwirrte Wespe hätte ihn gestochen“, so ihre Vermutung. Das Fatale bei den kleinen quirligen Hunden sei: „Sie leiden still. Man muss sie schon sehr genau beobachten. ‚Addi‘ zeigte Stresssymptome, hat sich hingelegt und wollte sich dauernd kratzen“, erzählt Marie Bremer.
Der Tierarzt suchte zunächst nach dem vermuteten Stachel – und holte die Bleimunition aus „Addis“ linkem Auge. „Ich war total von der Rolle und bin in der Praxis fast kollabiert.“ Und den kleinen „Addi“ hatte die Narkose so umgehauen, dass er gar nicht mehr aufstehen mochte. Jetzt muss der junge Jack Russell starke Medikamente einnehmen. „Er ist sonst eine lebhafte Frohnatur, immer aufmerksam, kontaktfreudig und abenteuerlustig“, berichtet Marie Bremer. „Gott sei Dank bin ich gerade in Elternzeit und kann mich rund um die Uhr darum kümmern, ‚Addi‘ die vielen Medikamente nach Plan zu geben“, sagt die junge Mutter zu Antibiotikum, Schmerzmitteln, verschiedenen Augentropfen und Salbe. „Man kann ihn jetzt nicht alleine lassen.“ Weitere Untersuchungen ergaben zum Glück keine weiteren Verletzungen. Aber das schwer verletzte und nun auch entzündete Auge müsse mit großer Wahrscheinlichkeit entfernt werden.
„Man muss schon recht nah dran sein, um einen Hund derart zu verletzen“, hat Marie Bremer erfahren. Der Schuss sei vergleichbar laut wie das Platzen eines Luftballons, erklärt ein Polizeisprecher auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Die Reichweite von Luftdruckwaffen reiche bei Waffen, für die keine Waffenbesitzkarte erforderlich ist, bis ca. 20 Meter.
Das Projektil, ein sogenanntes Diabolo, hat jetzt der Zentrale Kriminaldienst für weitere Ermittlungen. Bis Dienstag wird sich entscheiden, ob „Addi“ sein Auge behält oder nicht. Was die Familie außer der Sorge um ihren „Addi“ beschäftigt: „Wenn er sein Auge verletzt hätte, weil er blöd in einen Dornbusch gelaufen wäre, könnten wir damit leben. Aber hier dringt jemand in unseren privaten Raum ein, wo wir uns sicher fühlen. Auch für mich und meine Tochter hätte das gefährlich werden können, wenn ich zu dem Zeitpunkt mit ihr auf dem Arm um die Ecke gekommen wäre.“ Dass sich jemand von den Hunden gestört fühlt, schließen die Bremers aus. „Es gab keine Beschwerden. Wir haben unsere Nachbarn gefragt, ob sie etwas gesehen haben. Alle sind schockiert. Wir haben eine super Dorfgemeinschaft.“
• Wer Hinweise geben kann, die zum Ergreifen des rücksichtslosen Schützen führen, meldet sich bei der Polizei Hollenstedt unter Tel. 04165-217690, bei jeder anderen Polizeidienststelle oder bei Familie Bremer unter Tel. 0151-28919608.

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