Vorläufige Festnahme gefilmt „Gewalt“-Video soll Polizei in Misskredit bringen

tk. Buxtehude. Dieser „Film“ wird für den Kameramann“ und den „Hauptdarsteller“ Folgen haben: In Netz kursiert ein kurzer Streifen, der eine Festnahme in Buxtehude zeigt. Zu sehen ist, wie zuerst zwei und später mehrere Polizeibeamte versuchen, einen Mann am Boden festzuhalten, der  heftige Gegenwehr leistet. Der eingeblendete Text „ACAB Polizei Buxtehude“ – die Buchstaben stehen für „All Cops Are Bastards“ – soll vermutlich deutlich machen, dass es sich bei der Szene um ungerechtfertigte oder zumindest überzogene Polizeigewalt handelt – was nicht der Fall sei, so Stades Polizeisprecher Rainer Bohmbach.

Auf WOCHENBLATT-Nachfragte erklärt Bohmbach, dass sich der gefilmte Vorfall Anfang Februar an der Viverstraße in Buxtehude ereignet habe. Der Mann (44) auf dem Boden sei zuvor ohne Maske in einem Geschäft gewesen und habe sich geweigert, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die herbeigerufene Polizei wollte wegen dieser Ordnungswidrigkeit die Personalien des 44-Jähgien aufnehmen. „Der Mann verhielt sich sehr unkooperativ“, so Bohmbach. Seine Personalien wollte er nicht angeben und habe einen der Beamten am Kragen gepackt. Daraufhin sei er zu Boden gebracht worden. Weitere Beamte, das ist auf dem Video zu sehen, haben ihre Kollegen bei der vorläufigen Festnahme des 44-Jährigen unterstützt, der, auch das ist zu sehen, weiterhin mit heftiger Gegenwehr reagiert hat. 

Gegen den Mann wird jetzt unter anderem wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Gegen den Mann hinter der Kamera wird deshalb ermittelt, weil er gegen jedwede Datenschutzbestimmungen verstoßen hat, indem die Beamtinnen und Beamte gefilmt und das Video anschließend ins Netz gestellt hat. Ob die Formulierung „ACAB“ strafbar ist, ist indes zweifelhaft. Diese Beleidigung, das haben schon Gerichte mehrfach geurteilt, ist nur dann strafbar, wenn sie sich auf eine konkrete Person bezieht.

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