Vorsicht vor Wildwechsel

Verkehrsfachmann Dirk Poppinga weist auf die Gefahren in der Erntezeit hin

thl. Winsen. Im vergangenen Jahr ereigneten sich im Landkreis Harburg rund 1.370 Wildunfälle. Überwiegend handelt es sich hierbei um Rehe. „In Kürze beginnt die Paarungszeit des Rehwildes, es ist zur jeder Tages- und Nachtzeit aktiv und besonders die Rehböcke auf der Suche nach Partnerinnen“, weiß DirkPoppinga, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Harburg. „Hierbei überqueren sie Straßen und Fahrbahnen, werden damit zur Gefahr für Autofahrer.“
Hinzu kommt, dass in den nächsten Wochen die Getreideernte beginnt. Nur der Mais bietet noch vielen Tieren in der sonst kahlen Landschaft Deckung und Schutz. Das Wild sucht nach neuen Einständen, wie es in der Jägersprache heißt. Hierbei überwinden die Wildtiere oft große Entfernungen und überqueren dabei auch sehr oft Straßen.
Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass Wildtiere überwiegend im Wald leben, ist es in den Sommer- und Herbstmonaten vorwiegend die Feldmark, in der sich die meisten Wildtiere aufhalten bzw. auf der Nahrungssuche dorthin wechseln.
Dirk Poppinga warnt: „Bei einer Geschwindigkeit von nur 50 km/h beträgt das Gewicht des Aufpralls das 25-Fache, also beispielsweise rund 500 Kilogramm bei einem Reh und mehr als zwei Tonnen bei einem ausgewachsenen Wildschwein.“ Um Wildunfälle zu vermeiden, rät er:
• Nicht nur in Waldgebieten aufmerksam fahren und den Seitenraum der Fahrbahn aufmerksam beobachten. Bei Dunkelheit reflektieren die Augen des Wildes das Scheinwerferlicht und sind so erkennbar.
• Wenn man Wild bemerkt, die Geschwindigkeit verringern, Fernlicht abblenden und bremsbereit sein.
• Immer mit mehreren Tieren rechnen.
• Wer nicht mehr rechtzeitig bremsen kann: Lenkrad festhalten und nicht versuchen, dem Tier auszuweichen.
• Nach einer Kollision mit einem Stück Wild unverzüglich anhalten, Warnblinklicht einschalten und die Polizei informieren, die den zuständigen Jagdpächter anruft.
• Kein verletztes Wildtier anfassen.
• Verletztes oder totes Wild nicht mitnehmen, das wird als Jagdwilderei gewertet und ist strafbar.
Wenn verletztes Wild nach einem Unfall flüchtet, wird es grundsätzlich vom zuständigen Jäger nachgesucht. Hierfür werden besonders ausgebildete Hunde eingesetzt, die in der Lage sind, auch am nächsten Tag noch die Spur und das verletzte Wild zu finden. Da von verletzten Wildschweinen eine erhöhte Gefahr für Jäger und Hund ausgeht, finden die Nachsuchen in der Regel nur bei Tageslicht statt.
Weitere Hinweise und Tipps gibt es bei Dirk Poppinga, Tel. 04181 – 285109.

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