Aktion „Buxtehude pflanzt Bäume“ soll Schule machen Mehr Grün für die Stadt

sla. Buxtehude. Die schlechte Nachricht gleich vorweg: Wenn nichts getan wird, gibt es irgendwann keine Kastanien und Eicheln mehr, sagt Andreas Haupt von der Fachgruppe 66 für Straßen und Grünanlagen der Hansestradt Buxtehude.
Der Klimawandel mache einheimischen Gehölzen stark zu schaffen. Daher müsse man rechtzeitig Bäume pflanzen, die mit Hitze und Trockenheit besser klar kommen, sagt der Arborist, also Fachmann in allen Angelegenheiten rund um Bäume.
Auf einer sogenannten GALK-Liste (Gartenamtsleiterkonferenz) für Straßenbäume gibt es Empfehlungen wie Ginkobäume, Blumenesche, Purpurerle, also Bäume aus anderen Breitengraden, die für den Klimawandel besser geeignet sind.
Obgleich die Eiche die höchste Artenvielfalt biete, weiß Haupt: Käfer, Schmetterlinge und Fledermäuse fühlen sich dort zu Hause. Doch heimische Bäume, wie etwa auch Erlen, leiden häufig unter Pilzbefall, Sandbirken unter einer Tropenkrankheit und Eschen unter Vergreisung der Krone -„die bekommt man nicht mehr groß“, sagt Haupt.
Um die Artenvielfalt in Buxtehude zu erhalten und grüne Lebensräume zu schaffen, keimte im Buxtehuder Rat die Idee, Schulen, Kitas, Parteien, Vereine und Bürgerinitiativen zum Pflanzen von Bäumen mit der Aktion „Buxtehude pflanzt Bäume“ zu aktivieren, um etwas für Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu tun.
Seit zwanzig Jahren ist Andreas Haupt in Buxtehude als Arborist tätig und setzt sich verstärkt für heimische Grünanlagen ein. Wege und Straßen, Plätze und Grünanlagen sollen auch in Zukunft eine grüne Vielfalt bieten.
Den Anfang machte die Grundschule Hedendorf mit der Pflanzung von Obstbaumsorten an der Feldstraße nahe der Schule. Diesem vorbildlichen Beispiel folgten die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Altkloster, die in Buxtehude an dem Radweg „Auf der Koppel“ parallel zur Straße Am Ellerbruch rund 50 Apfel-, Kirsch- und Pflaumenbäume pflanzten, sie wässerten und irgendwann auch die Früchte ihrer Arbeit ernten dürfen. „Wir stellen die Anpflanzflächen zur Verfügung und können erste Hilfestellungen bei der Baumauswahl sowie Pflanzenbeschaffung in Baumschulqualität leisten. Die Kosten müssen aber die jeweiligen Gruppen selbst tragen“, sagt Haupt. In einem Baum-Kataster sind dazu alle möglichen Bäume aufgelistet.
Selbstverständlich begrüßt der Baumfachmann auch Pflanzaktionen im eigenen Garten: Vor allem Hecken, die zwar mehr Arbeit machen als pflegeleichte Schottergärten, sorgen für eine reichhaltige Artenvielfalt. In städtebaulichen Konzepten sollen künftig auch verstärkt Fassaden- und Dachbegrünungen durch Förderprogramme der Bundesregierung wachsen. „Die Stadt freut sich über jeden Baum“, sagt Haupt. Auch Anregungen der Bürger seien immer willkommen, etwa für einen Hochzeitswald oder andere Ideen, um grüne Oasen in der Stadt zu schaffen. Daher wird als nächstes auch ein Grünanlagen-Kataster kommen, sagt Haupt.
Mit einem Flyer, der ab sofort im Stadthaus ausliegt und auf der städtischen Website zum Download bereitsteht, soll die Aktion weiter wachsen.

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