Arzt Patrick Weinmann-Linne gehört zu den Impfteams in Buxtehude, Stade und Apensen Wie laufen die Impfungen in Seniorenheimen?

sla. Apensen. Derzeit hört man immer wieder von Impfskeptikern und Mitarbeitenden in Seniorenheimen, die sich nicht impfen lassen wollen. Eine völlig andere Erfahrung machen derzeit die Allgemeinmediziner von der Apensener Praxis am Teich, Patrick Weinmann-Linne und Ehefrau Dr. Tabea Linne. Sie gehören zu den Ärzten, die sich über die Kassenärztliche Vereinigung für die Verimpfungen in Seniorenheimen tageweise gemeldet haben. „Viele meiner Patienten leben im Seniorenheim und ich wollte daher gerne bei ihnen die Impfung vornehmen“, sagt Weinmann-Linne. Bei den Impfungen in der Senioreneinrichtung Waldburg in Buxtehude, im St. Josef-Stift in Stade und der Seniorenresidenz Delmer Hof in Apensen übernahm der Apensener Allgemeinmediziner mit einem dreiköpfigen Impfteam die Impfungen. Zuvor gab es für Bewohner und Mitarbeitende Aufklärungsbögen und ausführliche Gespräche über Risiken und Nebenwirkungen. Mit einigen seiner Patienten habe Weinmann-Linne auch schon im Vorwege bei der regulären Visite ausführlich über die Impfung gesprochen.
„Die Impfquote ist deutlich höher als man immer hört“, sagt Weinmann-Linne. Über 90 Prozent seien in den genannten drei Senioreneinrichtungen geimpft worden. Nur ganz wenige konnten aufgrund ihrer Vorerkrankung die Impfung nicht erhalten, erklärt der Arzt. In der Seniorenresidenz „Delmer Hof“ in Apensen waren es nahezu alle 70 Bewohner und 70 Mitarbeitenden, die bei dem Einsatz des Impfteams innerhalb eines halben Tages die Impfung erhielten.
Zuerst musste der Impfstoff allerdings beim Impfzentrum in Stade abgeholt werden, der zuvor vom niedersächsischen Zentrallager geliefert wurde. „Der Impfstoff befindet sich in Ampullen mit sechs Dosen. Wenn ein Rest übrig bleibt, wird die Verwertung innerhalb kürzester Zeit vom Impfzentrum koordiniert, um bei anderen Personen verimpft zu werden“, schildert Weinmann-Linne, der wie alle anderen Personen des Impfteams geimpft ist. Denn ist erstmal eine Spritze aufgezogen, muss das Serum innerhalb von sechs Stunden verimpft werden. Aber auch der Transport des empfindlichen Impfstoffs, der keine Erschütterungen verträgt, sei schwierig.
Den größten Aufwand macht den Ärzten allerdings die Bürokratie mit etlichen Formularen. „Ein wahnsinnig aufwendiger Papierkram, aber das Land will sich wohl im Hinblick auf die Verträglichkeit absichern“, vermutet Weinmann-Linne. Nennenswerte Nebenwirkungen habe er bislang bei den von ihn geimpften Personen nicht feststellen können – höchstsens mal etwas Kopfschmerzen oder Schmerzen am geimpften Oberarm.
Die Nachimpfungen der insgesamt 200 Senioren in den drei Altenheimen in Apensen, Stade und Buxtehude, die Weinmann-Linne ebenfalls vornimmt, beginnen in der nächsten Woche.
Ab Februar sollen landesweit die über 80-Jährigen, die zu Hause leben, geimpft werden. Sie werden derzeit angeschrieben, um sich über eine Hotline zum Impfen anzumelden. Die stille Hoffnung von Weinmann-Linne und vieler anderer Hausärzte ist diesbezüglich ein Impfstoff, der weniger sensibel ist und sich in einer Spritze transportieren lässt, so dass er über die Hausarztpraxen verimpft werden kann. „Die Pandemie steht und fällt mit einem wirksamen Impfstoff, der länger hält“, sagt Weinmann-Linne. „Ich bin nur froh, dass die Impfungen in den Seniorenheim demnächst durch sind und es dort nicht mehr zu den dramatischen Lagen kommen kann.“

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