Außergewöhnliche Reisen zum Nachlesen Vier Jahre Abenteuerfahrt durch ganz Deutschland

(sv). Was nach einem verrückten Einfall klingen mag, war für Bernhard Weiland nur die nächste Herausforderung in einer Reihe von abenteuerlichen Reisen. Vier Jahre lang reiste der 69-Jährige mit dem öffentlichen Personennahverkehr kreuz und quer durch Deutschland. Die Überlegung dahinter: Wie kommt man eigentlich mit Linienbussen, Straßen-, S- und U-Bahnen von A nach B? Die Ziele für sein Abenteuer nannten ihm Freunde und Familienmitglieder: der Funtensee, Görlitz, der Teufelsberg, Monschau, Neuwerk und viele weitere. „Heute bekommt man alle Reisen schon von der Tourismusbranche vorgekaut“, sagt Bernhard Weiland. „Das ist nichts für mich.“
Er und seine Frau Petra Manske (64) kommen eigentlich aus Hannover, verbringen aber jedes Jahr als Dauercamper die Monate zwischen Frühjahr und Herbst in Holm-Seppensen (Landkreis Harburg). Die beiden sind es gewohnt, mit Bus, Bahn und Rad zu reisen, denn sie haben schon seit über zwanzig Jahren kein Auto mehr. Darum kam Weiland auch die Idee, den öffentlichen Nahverkehr in Deutschland einmal so richtig auf die Probe zu stellen.
Vier Jahre lang bereiste er in 15 Etappen das gesamte Land. Dabei führte ihn die erste und zugleich kürzeste Etappe zusammen mit seiner Frau an einem Tag von Hannover nach Bornhausen, an den Jugendort seiner Frau. Von dort aus besuchten sie auch das im benachbarten Ort Mechtshausen gelegene Grab von Wilhelm Busch.
Für seine längste Fahrt von Hannover nach München brauchte Weiland zehn Tage. Tatsächlich habe es ihn überrascht, wie pünktlich die meisten Busse doch im Vergleich zum Schienenverkehr waren, erzählt Weiland. Dafür habe der Erfolg seiner Reisen mit den „Öffis“ aber oft davon abgehangen, einen Anschlussbus zu bekommen, der nur einmal täglich in eine Ortschaft fuhr.
„In den Städten ist das Verkehrsnetz verständlicherweise am besten ausgebaut“, sagt Weiland. Hier habe sich das Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen als besonders gut angeschlossen hervorgetan. In Mecklenburg-Vorpommern und auf dem platten Land dagegen kam Weiland am schwersten voran, was auch mit den mangelnden Online-Fahrplänen und -Buchungsmöglichkeiten zusammenhing.
Die meisten Probleme verursachten die Tarifsysteme, die es ihm teils unmöglich machten, sich mit nur einer Fahrkarte innerhalb eines Liniennetzes zu bewegen. Für die beste Lösung hält Weiland deshalb eine elektronische Fahrkarte, wie manch einer sie aus den Niederlanden (OV-chipkaart) kennt. Durch das Guthaben auf diesem E-Ticket kann sich der Reisende problemlos durch verschiedene Tarifzonen bewegen.
Die Reise durch Deutschland ist für Weiland die dritte dieser Größenordnung. In der Freistellungsphase seiner Altersteilzeit fuhr er 2011 innerhalb von zweieinhalb Monaten mit dem Liegerad von Hannover nach Marokko und bereiste mit Dromedaren die Sahara. Zwischen 2015 und 2016 wanderte er zu Fuß (und in Etappen) 570 Kilometer von Hannover nach Bad Muskau – ohne Karten oder Kompass, nur mit den Wegweisungen von Passanten und immer in Begleitung von Stofftier-Esel Easy Livin‘, einem Geschenk seiner Söhne.
Die nächste Tour plant Weiland mit dem Rad: Entlang der Gewässer soll es einmal rund durch Deutschland gehen.
Über seine Reisen mit dem öffentlichen Nahverkehr hat Bernhard Weiland ein Buch geschrieben: „Alter Mann im Bus“ (ISBN: 978-3-347-11526-2) ist für 12,99 Euro beim tredition Verlag oder online zu erstehen.

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