Diplom-Biologin Barbara Drewes setzt sich aktiv gegen das Aussterben von Insekten ein Die engagierte Bienenretterin vom Estetal

sla. Nindorf. Soeben hat das Bundeskabinett ein Gesetz zum Schutz von Insekten auf den Weg gebracht, mit dem zahlreiche Neuregelungen im Bundesnaturschutzgesetz vorgenommen werden. Der Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, dass Biotope wie Streuobstwiesen und artenreiches Grünland für Insekten als Lebensräume erhalten bleiben. Biologin Barbara Drewes setzt sich schon seit Jahren für diese Ziele ein, insbesondere für den Artenerhalt von Wildbienen und Wespen. 1995 begann sie ihre Untersuchungen und schrieb 1997 ihre Diplom-Arbeit. Ihre Kenntnisse sind enorm, ebenso wie der rege Austausch mit Experten. Zu ihrem stetigen Engagement für Tiere und Pflanzen zählen u.a. auch Fachvorträge, sogar auf Plattdeutsch, und erst kürzlich wurde in dem Buch „Heimatliches Buxtehude 2020“ zum 140-jährigen Bestehen des Heimat- und Geschichtsvereins Buxtehude e.V. ihr Fachwissen über die Waldbienen und Grabwespen in Kies- und Sandgruben des Estetals veröffentlicht.
Das Naturschutzgebiet Estetal liegt quasi direkt vor ihrer Haustür. Hier ist die Diplom-Biologin aufgewachsen und 2019 in ihr Elternhaus nach Nindorf zurückgekehrt. Die Natur sei dort größtenteils noch in Ordnung, wenngleich die Bedingungen für Insekten auch hier schwieriger geworden seien, erzählt sie. „Grundsätzlich sind Insekten vom Aussterben bedroht“, bestätigt Drewes. Unkrautvernichtungsmittel wie Glyphosat auf den Feldern, rigoros abgemähte Blühstreifen am Straßenrand und der Trend zu Schottergärten seien geradezu tödlich für die Insekten, die dadurch ihre Futterräume verlieren.
Was jeder Einzelne sofort dagegen tun kann oder bisher womöglich falsch gemacht hat, weiß die Expertin ebenso und gibt gerne Tipps. In ihrem eigenen Garten etwa wachsen hauptsächlich heimische Pflanzen wie Ringelblumen, wilde Möhre, Fingerhut, Löwenzahn, Gänseblümchen, Glockenblume und andere Arten als optimale Nahrung für Wildbienen und Wespen. Selbst Insektenhotels, die zwar gut gemeint sind, können eine tödliche Falle sein, etwa wenn sie nicht tief genug sind, so dass die kleinen Bewohner von Meisen verspeist werden können.
Derzeit halten die Bienen und Wespen ihren Winterschlaf. Ab März werden sie aber wieder herumschwirren und im Garten von Barbara Drewes durch die Pflanzen, die Drewes bewusst nicht herunterschneidet, um die Samen für die Insekten zu bewahren, ein vielfältiges Futter-Büfett finden.
• Tipp der Naturschützerin für alle WOCHENBLATT-Leser zum Selbermachen eines Insektenhotels: einfach eine große Konservendose ohne scharfe Kante mit Reet, den es bei heimischen Reetdachdeckern gibt, ausstopfen, so dass sich die Bienen in mindestens sechs Zentimeter langen Reethalmen gemütlich und sicher einnisten können.
Gerne beantwortet Barbara Drewes auch Fragen zum Thema Naturschutz, die per E-Mail an red-bux@kreiszeitung.net gesendet werden können.

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