Doris Rohde äußert konkrete Wünsche bei der Bürgerbefragung Barrierefreiheit für den Bahnhof gewünscht

sla. Buxtehude. Verdreckt, zerfallen und eine ewig stinkende Unterführung – jahrelang wurde sich nicht um den Buxtehuder Bahnhof gekümmert, der zum Schandfleck verkam. Nun nimmt die Neugestaltung Fahrt auf. Die Deutsche Bahn gab grünes Licht und tendiert derzeit zu einem Neubau des Bahnhofgebäudes. In den nächsten fünf Jahren wird der Bahnhof komplett saniert. Durch eine Bürgerbeteiligung sollen auch die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger Berücksichtigung finden. Doris Rohde aus Schwiederstorf hat schon früh die Missstände und den jahrelangen Verfall des Buxtehuder Bahnhofs moniert – wie das WOCHENBLATT Anfang September 2020 berichtete. „Es ist beschämend für eine so wunderschöne Stadt wie Buxtehude, dass jetzt erst eine Machbarkeitsstude von Michael Nyveld, Erster Stadtrat in Buxtehude, auf den Weg gebracht wird und das tatenlos zugesehen wird, wie der Verfall eines so zentralen Bahnhofsgebäude über Jahrzehnte voranschreitet und so wenig Aufmerksamkeit erhält“, beklagte die WOCHENBLATT-Leserin vergangenen Herbst. Es freue sie jetzt umso mehr, dass nun endlich Bewegung in das Projekt kommt, da ihr als ehemalige Buxtehuderin der Bahnhof besonders am Herzen liege. Ihre Wünsche hat Doris Rohde auch dem WOCHENBLATT mitgeteilt: „Mein besonderes Anliegen und Wunsch ist eine echte und ganzheitlich durchdachte, geplante und umgesetzte Barrierefreiheit für den Buxtehuder Bahnhof“, erklärt Rohde und erläutert dieses in folgenden Punkten:
1. Fahrstühle müssen sinnvoll geplant werden. Sie seien bekanntermaßen wartungsintensiv, oft defekt und werden viel zu spät gewartet bzw. repariert.
2. Jedes Gleis müsse über eine stufenfreie Zuwegung zugänglich gemacht werden, damit Familien mit Kinderwagen, Fahrradfahrer, Rollstuhlfahrer und Menschen mit sonstigen körperlichen Beeinträchtigungen sowie auch Reisende mit schweren Gepäckstücken das Gleis und den Bahnhofsausgang stufenfrei erreichen können.
3. Die Höhe des Bahnsteigs muss auf Eintritts-/Austrittshöhe der S-Bahn, Regional- und Fernbahnen ausgerichtet werden, und es darf keine Absätze oder mechanische Rampenlösungen mehr geben, damit Menschen mit Beeinträchtigungen, aber auch Familien mit Kinderwagen nicht auf fremde Hilfe angewiesen sind. So etwas sollte einfach umgesetzt werden können, um bundesweit so reisen zu können. Zudem muss die Barrierefreiheit mit der Busanbindung (Busbahnhof) zusammengedacht und abgestimmt geplant werden.
4. Fahrkartenautomaten sollten so platziert werden, dass das Display bei starker Sonneneinstrahlung lesbar bleibt und bedienungsfreundlich ist. Auch das hat viel mit Barrierefreiheit zu tun. Ein schlechtes Beispiel ist der Bahnhof Neu Wulmstorf, wo verzweifelte Fahrgäste oft hilflos vor dem Fahrkartenautomaten stehen und die Bahn ihnen davonfährt, weil der Automat weder lesbar ist noch bedienungsfreundlich jederzeit funktioniert.
5. Das gesamte Bahnhofsgebäude sollte barrierefrei und mit automatisch öffnendenTüren versehen werden.
6. Sanitäre Anlagen sollten in der Größe und Zuwegung so geplant werden, dass eine Barrierefreiheit gegeben ist.
„Meine Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ich empfehle einen Architekten und Bauingenieur zu beteiligen, der einen Schwerpunkt in seiner Arbeit unter anderem auf Barrierefreiheit legt, einen Beirat aus möglicherweise freiwilligen Ehrenamtlichen mit in das Boot zu nehmen, die nachweislich vom Fach sind, und sich einbringen möchten, Zeit dafür haben und sich mit Buxtehude stark identifizieren. Diese sollten die Möglichkeit haben, zusammen mit Ansprechpartnern der Stadt und DB AG sich beratend auszutauschen. So könnte das Vorhaben über die Medien gelegentlich kommuniziert werden. Es hätte eine zusätzliche Kontrollfunktion, wenn Unabhängige mit hoher Kompetenz von außen dieses Vorhaben positiv im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten begleiten“, erläutert Sozialökonomin und langjährige Nutzerin öffentlicher Verkehrsmittel Doris Rohde.

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