Faszination für Falter und Co. Hobbyfotograf Thomas Kästner aus Regesbostel macht beeindruckende Bilder von Insekten

Von Babyfotos über die Makrofotografie zum Insektenfreund: Der Wunsch, schöne Bilder von seiner damals neugeborenen Tochter zu machen, ließ das Fotografie-Interesse von Thomas Kästner erneut aufleben. Bereits als Teenager hatte der Regesbostler gerne fotografiert und sich vom Konfirmationsgeld eine Minolta X 700 gekauft. Als werdender Vater legte er sich vor sieben Jahren mit seiner Olympus MFT ein neues Equipment zu.
Mittlerweile sind es jedoch zusätzlich zur Tochter auch Käfer, Falter oder Libellen, die ihn als Fotomodelle faszinieren. Auf der Suche nach Insekten, die Thomas Kästner im Maßstab von eins zu eins bis eins zu drei abbildet, durchforstet er Wiesen, Felder und Moore. „Wichtig ist mir, die Tiere nicht zu stören und ihnen nicht zu schaden“, sagt er. Er fotografiere die Insekten so, wie er sie vorfinde, ohne sie zu betäuben, zu fangen oder gar zu töten.
In der Regel legt sich die Airbus-Führungskraft für ein gutes Bild auf den Boden oder kniet sich hin. Das Objektiv – Kästner fotografiert mit einem Makro-Objektiv – muss dabei optimal ausgerichtet sein, damit das Insekt in seiner gesamten Länge scharf abgebildet wird. Grashalme, die sich im Wind bewegen und so die Bildschärfe beeinflussen, werden beiseite gehalten – alles möglichst vorsichtig, damit das Insekt nicht flüchtet. Seinen Fokus legt der Hobbyfotograf auf das Auge des winzigen Tieres. Für das Foto einer Bremse, die dem Betrachter mit riesigen Augen frontal ins Gesicht zu schauen scheint, wurde er als Mitglied der Buxtehuder Fotofreunde in einem internen Wettbewerb mit dem ersten Platz ausgezeichnet.
Obwohl er in einer dörflichen Umgebung lebt, muss sich Thomas Kästner ins Auto setzen, um seine kleinen Fotomodelle zu finden. „Es fällt schon auf, dass in Gebieten, in denen Ackerbau betrieben wird, kaum noch Insekten leben“, sagt Kästner, der sich im Rahmen seines Hobbys intensiv mit dem Thema Insektensterben auseinandergesetzt hat. Ergiebige Gebiete seien noch Moore wie zum Beispiel das Hohe Moor im Landkreis Stade, das Tister Bauernmoor und das Pietzmoor in der Lüneburger Heide.
Um dem Insektensterben entgegenzuwirken, hat Thomas Kästner als Mitglied des Gemeinderats in Regesbostel angeregt, auf öffentlichen Flächen Blühwiesen anzulegen. „Die Anwohner sind verpflichtet, die Grünstreifen vor ihren Grundstücken zu pflegen“, sagt er. „Pflegen heißt mähen – doch das zerstört den Lebensraum der Insekten. Wir sollten den Begriff Pflege neu definieren.“

Mehr Aktuelle Nachrichten aus Buxtehude und der Region

Menü