Frühere Ernte als sonst mit hervorragender Qualität Kirschen aus dem Alten Land sind jetzt reif

sla. Jork. Die Kirschernte im Alten Land ist in diesem Jahr etwas früher als sonst gestartet. Mittlerweile ist die zweite von insgesamt sieben Erntewochen angebrochen. Fachleute der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen erwarten gute Erträge von hervorragender Qualität. „Wir rechnen wie bereits 2019 mit zehn bis zwölf Tonnen Kirschen pro Hektar, das sind etwa zwölf bis fünfzehn Kilogramm pro Baum“, sagt Dr. Matthias Görgens von der zur Landwirtschaftskammer gehörenden Obstbauversuchsanstalt (OVA) in Jork.

„Diese Saison bringt uns eine super Ernte“

Die Bedingungen für Kirschen seien im Moment aufgrund des trockenen und sonnig-warmen Wetters optimal – und die Kirschen gewinnen jetzt bei sonnigem Wetter an Größe und Geschmack, so Görgens. „Diese Saison bringt uns eine super Ernte“, bestätigt auch Hein Lühs vom Herzapfelhof. Noch bis Mitte Juli wird im Alten Land fleißig geerntet. Absoluter Star ist hier die Regina, die Königin der Kirschen.

Das WOCHENBLATT war unterwegs in den Plantagen und hat sich davon überzeugt, ob dieses Jahr gut Kirschen essen ist. Weil die Früchte nicht nachreifen, werden sie ausschließlich reif von Hand gepflückt. Ein Erntehelfer schafft etwa 15 bis 30 Kilogramm pro Stunde. Wenige Stunden nach der Ernte sollten Süßkirschen im Kühlhaus sein. Damit wird der Zuckerabbau gebremst. Bei knapp über 0 Grad Celsius halten sich Kirschen bis zu 14 Tage. Im Gemüsefach des Kühlschranks sollten sie maximal zwei bis drei Tage aufbewahrt werden. Beschädigte Früchte müssen vorher aussortiert werden, weil sich ansonsten Schimmel bildet. Beim Kauf sollte man auf reife und voll ausgefärbte Ware achten. Und erst kurz vor dem Verzehr die Kirschen waschen und anschließend entsteinen. Dann halten sie sich länger und schmecken besser, sagen die Experten.

Gefahr durch anhaltenden Regen und Hagel

Risiken bei der diesjährigen Kirschernte sieht Görgens in länger anhaltendem Regen oder Hagel. Um die Früchte vor heftigen Niederschlägen zu schützen, werden Kirschen zunehmend in sogenannten Dachanlagen angebaut. „Der Trend geht weiterhin zum Dach“, bestätigt Görgens. Die Hälfte der an der Niederelbe angebauten Süßkirschen seien mittlerweile überdacht. Eine solche Anlage kostet pro Hektar rund 100.000 Euro – bringt aber enorme Vorteile: Unter dem Schirm können die Früchte besser ausreifen, bilden deshalb mehr Zucker und sind leckerer. Außerdem sind die Früchte vor Regen und damit vor einem Aufplatzen geschützt. Zudem lassen sich die Anlagen leichter mit Netzen gegen Schädlinge, zum Beispiel die Kirschessigfliege schützen. Die Investition in eine solche Anlage habe sich in neun bis zehn Jahren amortisiert.

Und noch ein Tipp: Kirschen lassen sich leichter entsteinen, wenn sie für einige Minuten ins Gefrierfach gelegt werden.

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