Hilfe für Flutopfer und neues Instrument für St. Petri Buxtehuder Chororgel fiel dem Hochwasser zum Opfer

tk. Buxtehude. Die Chororgel aus der Buxtehuder St.-Petri-Kirche ist ein Opfer der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz geworden. Sie war zum Zeitpunkt des Unglücks im Juli im Kreis Ahrweiler in Altenahr in der Werkstatt von Orgelbauer Rowan West. „Die Orgel wurde komplett zerstört“, sagt Kreiskantorin Sybille Groß. Sie fügt hinzu: „Das Wichtigste aber ist, dass alle Mitarbeitenden das Unglück überlebt haben.“ Viele stehen aber vor dem Nichts und auch die Orgelbauwerkstatt existiert nicht mehr. Ein starker Verbund von Kirchenmusikern hat bereits eine Hilfsaktion für das Team aus der Werkstatt gestartet und auch für die zerstörte Chororgel wurde gemeinsam mit Rowan West eine Lösung gefunden.

Über einen langen Zeitraum haben sich Menschen in Buxtehude für die Restaurierung der Chororgel eingesetzt – allen voran der Verein „Musica Viva“. Nur wenige Tage vor der Katastrophe war die Orgel abgebaut und nach Altenahr transportiert worden.

Den Komplettverlust des Instruments will Sybille Groß nicht beschönigen. Sie sagt aber auch, dass diese Orgel nicht in die Kategorie der historischen Instrumente wie etwa die Furtwängler-Orgel in St. Petri oder die Arp-Schnittger-Orgel falle.

In den vergangenen Wochen wurde engagiert nach einer Lösung gesucht. Wie geht es mit der zerstörten Orgel weiter? Vor wenigen Tagen hat der Kirchenvorstand von St. Petri das „Rettungspaket“ für Orgel und Orgelbauwerkstatt abgesegnet. Viel Sachverstand und Engagement sind in die Problemlösung eingebracht worden. Rowan West wird die Buxtehuder Chororgel neu bauen. Ein großer Teil der Kosten sei durch die Versicherung abgedeckt. Es werde zwar ein komplett neues Instrument, erklärt Sybille Groß, das aber bis ins Detail den Plänen der Chororgel folgt. Das Instrument aufzugeben sei keine Option gewesen. „Allein schon deshalb nicht, weil sich viele Menschen in Buxtehude für das Orgelprojekt und dessen Finanzierung eingesetzt haben“, sagt die Kreiskantorin.

Genauso wichtig wie eine Lösung für die Orgel ist den Buxtehuder Kirchenmusik-Freunden aber auch die Hilfe für Rowan West und seine Angestellten. Spontan wurden bereits 10.000 Euro überwiesen. „Es gibt Mitarbeiter der Werkstatt, die buchstäblich vor dem Nichts stehen.“ Gemeinsam mit dem Kollegen Martin Böcker aus Stade und anderen Kirchenmusikern soll eine Benefiz-Konzertreihe für die Orgelbauwerkstatt Rowan West organisiert werden. Wie genau das aussehen wird, werden die Musiker Anfang Oktober während einer Pressekonferenz präsentieren. Außerdem wünscht sich Sybille Groß, dass aus Buxtehude der letzte Anteil zur Finanzierung der geplanten Restaurierung möglichst bald zusammenkommt und überwiesen werden kann. „Die Werkstatt von Rowan West muss unbedingt erhalten werden.“ Zurzeit arbeitet er in der Werkstatt einer anderen Orgelwerkstatt. „Eine zweigleisige Hilfsaktion“, nennt Sybille Groß das, was jetzt nötig ist: Den Menschen helfen und der Buxtehuder St. Petri-Kirche wieder eine Chororgel zu beschaffen.

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