Kai-Uwe Bellut will mehr Öffentlichkeit schaffen Auf der Spur des Brummton-Phänomens

os. Buchholz. Es hat sich sehr viel getan, seitdem das WOCHENBLATT vor rund viereinhalb Jahren über das Brummton-Phönomen und den betroffenen Kai-Uwe Bellut, Geschäftsführer des gleichnamigen Elektrofachgeschäfts in Buchholz, berichtet hat. „Es ist gigantisch, wie sich dieses Thema entwickelt hat“, berichtet Kai-Uwe Bellut.
Wie berichtet, gehört Bellut zu den Menschen, die unter einem regelmäßigen Brummton leiden, der vielen ein Stück Lebensqualität nimmt.
Zum Austausch von Informationen und als wichtige Anlaufstelle für betroffene Brummtonhörer wurde die Facebookseite „Das Brummton-Phänomen / Dem Brummton auf der Spur“ gegründet, die mittlerweile fast 1.000 Mitglieder hat. In dieser Gruppe beschäftigen sich Betroffene und andere Interessierte mit Brummtönen und einer Form des Tinnitus (Tieftontinnitus), die sich in der Wahrnehmung eines tieffrequenten Tones äußert. Diese spezielle Form des Tinnitus kann durch vorhandene und messbare Brummtöne ausgelöst werden. „Wir haben regen Zulauf in der Gruppe“, berichtet Bellut.
Außerdem pflegt die Gruppe Kontakte zu Wissenschaftlern der Ludwig-Maximilians-Universität München, die auf diesem Gebiet forschen. Die Wissenschaft hat sich mittlerweile intensiv des Brummton-Phänomens angenommen. Im vergangenen Jahr wurde an der Ludwig-Maximilians-Universität München eine Studie mit 120 Probanden durchgeführt. Sie beschäftigt sich mit dem Thema, ob Brummtonhörer Auffälligkeiten in ihrem Hörvermögen aufweisen. Dabei werden Hörschwellen in Form eines speziellen Hörtests gemessen und es wird geprüft, ob manche Brummtöne in Form von sogenannten otoakustischen Emissionen im Innenohr entstehen.
Sobald belastbare Ergebnisse vorliegen, sollen diese auf der Internetseite www.brummton.info veröffentlicht werden. Bellut und sein Team haben diese aufgebaut und dort viele interessante Informationen zum Thema Brummton zusammengetragen.
„Das Thema ist nach wie vor sehr kompliziert“, berichtet Kai-Uwe Bellut. Denn: Der Grund, warum viele Menschen einen Brummton hören, andere aber nicht, ist bis dato nicht geklärt. Mittlerweile kristallisiere sich allerdings heraus, dass äußere Einflüsse nicht immer für den Brummton verantwortlich seien, erklärt Bellut. Wie berichtet, hatten Betroffene bislang u. a. Industrieanlagen, Windräder oder Stromleitungen als Störungsquelle vermutet.
Er will eine noch breitere Öffentlichkeit für das Thema schaffen. Dies ist ihm u.a. mit Beiträgen im Fernsehen und im Radio gelungen. Ein weiterer Meilenstein könne die gerade entstehende Brummton-App sein, mit der sich Brummtöne aufspüren und bewerten lassen.
Kai-Uwe Bellut blickt positiv in die Zukunft und ist sich sicher, dass eines Tages das Rätsel des „Brummtonphänomens“ gelöst wird: „Es haben sich viele neue Erkenntnisse zu den Ursachen ergeben, dennoch besteht noch immer Forschungsbedarf.“

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