Katharina Bodmann und Antonino Condorelli "Re-Start": Ein Fotoprojekt für Schwung nach Corona

Aus 60 einzelnen Porträtfotos entsteht das Gesamtwerk „Re-Start“Foto: Katharina Bodmannhochgeladen von Tom Kreib

tk. Buxtehude. Was passiert, wenn ein Fotojournalist und eine Fotografin aus Buxtehude treffen und gemeinsam darüber nachdenken, wie auf die Lähmung des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens durch Corona mit einer positiven Botschaft reagiert werden kann? Sie entwickeln ein Fotoprojekt. „Re-Start“ heißt das, was Katharina Bodmann und Antonino Condorelli angehen.

Sie machen in einem Open-Air-Studio Porträtfotos und lassen die Fotografierten in einem Video erzählen. Was hat sie bewegt, worauf freuen sie sich und was hat sich durch die Pandemie verändert? „Wir brauchen neuen Schwung für die Zukunft“, sagt Katharina Bodmann. „Ganz unterschiedliche Menschen sollen zu Wort kommen“, ergänzt Antonino Condorelli. 60 einzelne Foto- und Videoporträts werden entstehen, die anschließend verteilt über die ganze Stadt zu sehen sein werden.

Leere, wo sonst das Leben pulsiert. Der Fotojournalist Antonino Condorelli hat den Lockdown in Bildern festgehaltenFoto: Antonino Condorellihochgeladen von Tom Kreib

„Uns verbindet die Fotografie und wir haben überlegt, was wir machen können.“ Der Fotojournalist, der für seine  sozialkritischen Reportagen, unter anderem aus Afrika bekannt ist, und die gelernte Fotografin Bodmann wollen viele Facetten mit ihrem Projekt abbilden. Es gehe auch um die Frage, was wir durch die Pandemie verloren, was wir aber auch gewonnen haben, so Condorelli, der vor einiger Zeit den „Blauen Löwen“, den Kulturpreis des Landkreises Harburg, gewonnen hat. Gewonnen hätten viele Menschen zum Beispiel  mehr Zeit – auch für die Familie. „Wir sind gespannt, was die Menschen erzählen“, sagt Katharina Bodmann.

Ein Stück weit hat das Fotoprojekt für die beiden auch symbolischen Charakter. „Corona hat uns getrennt, wir mussten auf Abstand bleiben“, sagt Antonino Condorelli. Die 60 einzelnen Porträts fügen daher wieder etwas zusammen: eine Gemeinschaft. Gemeinsam, das ist die feste Überzeugung des Fotojournalisten, ist eine Gesellschaft auch stärker als diejenigen Kräfte, die Corona leugnen und im Schatten der Pandemie Verschwörungstheorien oder rechte Hetze verbreiten. Die Shootings im mobilen Studio sollen im Juli jeweils von Freitag bis Sonntag stattfinden.

Hier ging wegen Corona nichts mehr rund: der leere Kreisverkehr in BuxtehudeFoto: Bodmannhochgeladen von Tom Kreib

Die beiden Fotokünstler werden einige Menschen dafür ansprechen, es kann sich aber auch jeder selbst bewerben (Mail an restartbuxtehude@gmail.com). Voraussichtlich im September soll das Ergebnis von „Re-Start“ zu sehen sein. Finanzielle Unterstützung hat der Buxtehuder Kulturausschuss dafür gewährt. Was „Re-Start“ auch zeigen soll, bringt Katharina Bodmann auf den Punkt: „Corona hat uns gezeigt, dass wir letztendlich alle in einem Boot sitzen.“

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