Landespolitik gibt grünes Licht – auch für Alkoholausschank Weihnachtsmarktbummel nur mit Voranmeldung?

(tk/os/jab). Es ist ein Stück Hoffnung auf Normalität in der Zeit der Pandemie: Bei einem Weihnachtsmarktgipfel haben sich am Dienstag Sozial- und Wirtschaftsministerium, Niedersächsischer Städte- und Gemeindetag sowie Schaustellerverbände darauf geeinigt: Es soll Weihnachtsmärkte geben – Glühwein bis 22 Uhr inklusive. Klar ist aber auch: Gedränge an den Buden mit Kunsthandwerk und Schmalzkuchen darf es nicht geben. Jede Stadt oder Gemeinde, die einen Weihnachtsmarkt organisiert, muss in Eigenregie ein Hygienekonzept erstellen. Und: Die Hoffnung auf Weihnachtsmarkt-Feeling in der Adventszeit gilt natürlich nur so lange, wie es nicht zu einem rasanten Anstieg der COVID-19-Infektionen kommt.

Was haben die Kommunen in den Landkreisen Stade und Harburg vor? Wird es zwischen Balje im Kreis Stade und Stöckte im Kreis Harburg Weihnachtsmärkte geben? Das WOCHENBLATT hat nachgefragt.
„Wir planen vier Szenarien für Buxtehude“, sagt Torsten Lange, der als Leiter des Stadtmarketings für den Buxtehuder Weihnachtsmarkt, der Wintermärchen heißt, verantwortlich ist. Wenn es keinen erneuten Lockdown gibt, ist er sicher: „Wir werden einen Weihnachtsmarkt haben.“ Mit Schaustellern und Kunsthandwerkern gab und gibt es Gespräche.

Es werde zum Beispiel über Cluster nachgedacht. Also einzelne Abschnitte, die eventuell durch Gitter abgetrennt werden können. Eine weitere Idee, aber bisher nur in der Diskussion, sei es, Tickets auszugeben, die etwa für zwei Stunden Weihnachtsmarktbesuch berechtigen. Für Torsten Lange und sein Team ist dabei klar: Wenn es ein Wintermärchen gibt, dann wird das einen ganz spürbaren Mehraufwand bedeuten – personell, aber auch finanziell. Die Sicherheitsmaßnahmen müssen schließlich bezahlt und auch gesteuert sowie überwacht werden.

Beim Buxtehuder Märchenfestival habe die Stadt erste und gute Erfahrungen mit Veranstaltungsclustern gemacht. „Wobei wir auch merken, dass viele Menschen noch zurückhaltend sind“, sagt Torsten Lange.
Der Harsefelder Winterzauber im Klosterpark falle in diesem Jahr zwar aus, sagt Lea Zimmermann vom Stadtmarketing. Stattdessen gebe es aber einen Weihnachtsmarkt zum gleichen Termin am 5. und 6. Dezember an einem anderen Ort. Wie Harsefelds Samtgemeinde-Bürgermeister Rainer Schlichtmann mitteilt, werde der Markt unter Corona-Auflagen und trotz Eisfläche in der und um die Eissporthalle herum stattfinden. Die Fläche für die Buden und Besucher werden somit vergrößert, die Aussteller weiter auseinandergerückt. Alkoholausschank werde es, je nach Corona-Vorgaben, ebenfalls geben, so Zimmermann.

Der überregional bekannte und beliebte Christkindmarkt in Himmelpforten soll auch in diesem Jahr stattfinden, sagt Himmelpfortens Bürgermeister Bernd Reimers. Bereits seit einem Vierteljahr macht sich das Planungsteam Gedanken, wie sich die Veranstaltung Corona-konform umsetzen lässt. Es gibt Überlegungen, den Markt auf den Marktplatz sowie das Gelände der Villa von Issendorff aufzuteilen und mit einem Ein- und Ausgang sowie Einbahnstraßensystem zu versehen. Dadurch sollen die Besucherströme besser überwacht werden. Zusätzliches Personal und Aussteller sollen auf dem Markt auf die nötigen Abstände achten. „Wir werden das Dreifache an Leuten brauchen“, so Reimers.

Der traditionelle Einzug des Weihnachtsmannes könnte durch eine Tour durch den ganzen Ort ersetzt werden. So werden die vielen Besucher entzerrt. Das Weihnachtspostamt wird seine Arbeit wie gewohnt durchführen, nur Besucher werden nicht erlaubt sein. Auch der Weihnachtsmann wird die Briefe der Kinder entgegennehmen, nur alles mit ausreichend Abstand.

Doch ein Antrag der CDU-Fraktion könnte die Planungen kippen. Die Politik will darüber diskutieren, ob und wenn ja, in welcher Form der Markt stattfinden soll. „Seit 15 Jahren organisieren wir den Christkindmarkt und nun interessiert sich die Politik auf einmal für unsere Arbeit. Als ob sie kein Vertrauen in uns haben“, meint Reimers. Es werde eine heiße Diskussion geben, da ist er sich sicher. Reimers ist überzeugt: „Die Menschen mussten in diesem Jahr auf vieles verzichten, da sollen sie nicht auch noch auf Weihnachten verzichten müssen.“

In der Hansestadt Stade wird es auch in diesem Jahr einen Weihnachtsmarkt geben, allerdings anders als in den Vorjahren. Der skandinavische Weihnachtsmarkt „Nordlicht“, der 2019 am Fischmarkt neu eingerichtet wurde, werde wohl nicht stattfinden, so der Geschäftsführer des Stademarketing und Tourismus, Dr. Andreas Schäfer. Die ansässigen Gastronomen werden dort voraussichtlich die Außenbereiche nutzen. Der Weihnachtsmarkt am Pferdemarkt soll dagegen entzerrt werden, um Gedränge zu verhindern. Alkoholausschank werde es geben, solange dies durch die Verordnung erlaubt sei, so Schäfer. In der kommenden Woche soll über die Durchführung der Weihnachtsmärkte beraten werden. Die ersten Budeninhaber hätten Stades Bürgermeister Sönke Hartlef aber bereits signalisiert, dass sie sich ohne Alkoholausschank nicht beteiligen werden.

• Anders als z.B. in Nenndorf, Meckelfeld und Salzhausen (alle Landkreis Harburg), wo die Weihnachtsmärkte bereits abgesagt wurden, plant Holger Bleckert in Buchholz vom 23. November bis 23. Dezember eine Budenstadt auf dem Innenstadtplatz Peets Hoff. Das Konzept sei abgespeckt, so Bleckert, der den Weihnachtsmarkt in Buchholz seit 15 Jahren organisiert. Um die Laufwege sicher zu gestalten und den Abstand zu wahren, entfällt z.B. die Bühne, auf der in den Vorjahren u.a. Musik und Kaspertheater angeboten wurden.

Gesetzt sind dagegen die bei Gästen beliebten Schaustellerbuden. Von Alkoholverbot auf dem Weihnachtsmarkt hält Bleckert nichts: „In den Vorjahren hat es bei uns noch nie Vorfälle mit alkoholisierten Besuchern gegeben.“

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