Niedersachsen geht einen Sonderweg Der ganz normale Schul-Wahnsinn

sla. Buxtehude. Lehrer, Eltern und Schülern müssen momentan flexibel bleiben. Die Politik wechselt in der Pandemie ständig ihren Kurs bezüglich der Vorschriften für Schulen und Kitas. Im Klassenzimmer der Erstklässler an der Grundschule Harburger Straße in Buxtehude herrscht dadurch momentan eine völlig neue Ruhe. Lediglich zehn der insgesamt zwanzig Schüler in der Klasse werden jetzt im täglichen Wechsel unterrichtet.
Es sei gerade mit Blick auf die jüngsten Kinder wichtig, „Nähe in der Distanz“ zu schaffen, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) zur aktuellen Corona-Lage. Die Grundschulen bekamen deshalb auch eine Sonderstellung: Sie starteten zunächst im Distanzunterricht – die Kinder bekamen Unterrichtsmaterial für zu Hause. Ab Montag gingen die Grundschulen in Niedersachsen ins Wechselmodell. Seitdem wird in geteilten Klassen abwechselnd zu Hause und in der Schule gelernt – auch, um den Kindern Kontakte zu anderen zu ermöglichen. Emely, Selmedin, Ella, Kahlid sowie die anderen Schülerinnen und Schüler der B-Gruppe von insgesamt über 350 Schülerinnen und Schülern an der Grundschule freuen sich, nun wenigstens die Hälfte ihrer Mitschüler zu treffen. Sie genießen die neue Ruhe an ihren Tischen auf Abstand zum Nachbarn – und haben jetzt viel Platz im Klassenraum. Nur wenn sie umhergehen, müssen sie ihre Mund-Nasen-Maske aufsetzen.
In der vergangenen Woche hatten die Kinder noch Homeschooling. Montag folgte der tägliche Wechselunterricht wie beim letzten Lockdown. Klassenlehrerin Angela Witzheller gibt ihren Schülern die Aufgaben nach dem Unterricht für den nächsten Tag mit. Wie das klappt? Eigentlich ganz gut, sind sich alle einig. „Wir brauchen zu Hause lediglich Konzentration“, betont einer der Schüler. Alle werden von Eltern oder älteren Geschwistern wie bereits beim Distanzunterricht zu Hause gut betreut, hat sich die Klassenlehrerin vergewissert.
• Nach dem Bund-Länder-Gipfel hat die Landesregierung die Präsenzpflicht für Grundschüler ausgesetzt. In Niedersachsen können jetzt die Eltern entscheiden, ob sie ihre Kinder ab Montag weiter in die Schule schicken oder nicht (siehe Seite 22). Damit wählte Niedersachsen einen Kompromiss. Auf dem Gipfel hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten geeinigt, die Grundschüler ins Homeschooling zu schicken. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte angekündigt, dass Niedersachsen einen eigenen Weg gehen werde.

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