Testen und nachverfolgen: Zahlreiche Lockerungen sind jetzt möglich Buxtehude als Corona-Modellkommune ausgewählt / Stade, Winsen und Buchholz sind nicht dabei

sla/jd. Buxtehude/Stade. Ein Stück Normalität könnte hier bald zurückkehren: Buxtehude gehört zu den ersten 14 Kommunen in Niedersachsen, in denen Shoppen, Kulturveranstaltungen und draußen im Café sitzen nach Ostern wieder möglich sein werden soll – im Rahmen eines dreiwöchigen landesweiten Modellversuchs. Mehr als 60 Kommunen hatten sich beworben. Am Samstag gab das niedersächsische Sozial- und Gesundheitsministerium bekannt, welche Orte in Abstimmung mit den kommunalen Spitzenverbänden ausgewählt worden sind. Die anderen beiden Bewerber aus der Region, die Hansestadt Stade sowie Winsen und Buchholz aus dem Landkreis Harburg, kamen in dieser ersten Vergaberunde nicht zum Zuge.

Aber auch Buxtehude wird nicht gleich nach Ostern mit dem Modellversuch beginnen. „Start wird noch nicht unmittelbar am Dienstag nach Ostern sein können“, so Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt. Es sei wichtig, dass zunächst die betroffenen Unternehmen im festgelegten Kerngebiet (Altstadt) zeitnah über die erforderlichen nächsten Schritte, Anforderungen und Zeitläufe informiert werden. „Wichtig ist darüber hinaus, alle Akteure einzubinden sowie die gemeinschaftliche Abstimmung mit Altstadt- und Wirtschaftsverein, der Hochschule 21 und den Testeinrichtungen“, so Oldenburg-Schmidt.

Außerdem müssen die ausgewählten Kommunen sicherstellen, dass die digitale Kontaktnachverfolgung gleich zu Beginn der Testphase sichergestellt ist. Kreis-Sozialdezernentin Susanne Brahmst hatte in vergangenen Woche bereits erklärt, die Luca-App könne nach Auskunft des Herstellers nicht fristgerecht zum 6. April beim Landkreis eingerichtet werden. Wahrscheinlicher ist daher, dass der Modellversuch in Buxtehude erst Mitte April anläuft. 

Voraussetzungen für eine Teilnahme sind u.a. ein negativer Corona-Test und Hygienemaßnahmen in Geschäften, Restaurants, Kinos, Theatern, Galerien und Fitnessstudios. Mit dem Einsatz der Luca-App (mehr über den Einsatz der App lesen Sie hier) soll die Kontaktnachverfolgung im Falle einer Infektion erleichtert werden. Zudem mussten die Kommunen ein Konzept für einen Ordnungs- und Sicherheitsdienst zur Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln vorlegen. Projekte mit wissenschaftlicher Begleitung oder mit Lenkung der Besucherströme seien bevorzugt worden, heißt es aus dem Sozialministerium.

Öffentliches Leben ermöglichen: Buchholz bewirbt sich als Modellstadt

„Insgesamt ist festzustellen, dass die eingereichten Bewerbungen/Konzepte von unterschiedlicher Qualität sind. Die meisten Kommunen haben sich viele Gedanken zur Teststrategie gemacht“, schreibt Sozialministerin Daniela Behrens (SPD).  Doch viele Kommunen könnten jetzt noch keine digitale Kontaktnachverfolgung gewährleisten. Das sei aber unbedingt notwendig, um das Infektionsgeschehen kontrollieren zu können. „Wichtig ist zudem die Lenkung der Besucherströme“, sagt Behrens. „Hier haben sich manche Kommunen noch zu wenig Gedanken gemacht.“

Für Stade und Winsen ist der Zug aber noch nicht abgefahren. Elf weitere Modellprojekte sollen in einer zweiten Runde zugelassen werden. Die jetzt nicht ausgewählten Kommunen können ihre Bewerbung aufrechterhalten und haben die Chance, ihre Konzepten nachzubessern und die eingereichten Unterlagen zu vervollständigen. Bewerbungsschluss ist Dienstag, 13. April, 18 Uhr. 

Smartphone-App schafft Öffnungsperspektiven für Handel, Gastronomie und Veranstalter

Außer Buxtehude wurden folgende Städte und eine Samtgemeinde ausgewählt: Aurich, Achim, Braunschweig, Cuxhaven, Einbeck, Emden, Hann. Münden, Hildesheim, Lüneburg, Nienburg/Weser, Norden, Oldenburg und die Samtgemeinde Elbtalaue.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil erklärt dazu: „Niedersachsen geht sehr umsichtig vor in der aktuell schwierigen Situation. Wir bleiben vorsichtig. Aber wir wollen einem neuen System mit Testen, Besucherlenkung und AHA-Regeln eine Chance geben. Wir brauchen Perspektiven.“

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