Tierschützer fordern: Verordnungen allein reichen nicht Tut mehr gegen das Katzenleid!

(tk). Eigentlich müssten sich Tierschützer, vor allem diejenigen, die gegen das millionenfache Katzenelend ankämpfen, jetzt entspannt zurücklehnen können: Immer mehr Kommunen verabschieden Katzenschutz- und Kastrationsverordnungen. Das Ziel: Die Zahl der Streuner endlich einzugrenzen. Im Landkreis Stade haben sechs Städte und Gemeinden solche Verordnungen erlassen, im Kreis Harburg sind es Tostedt, Hollenstedt und die Elbmarsch. In Buchholz wurden entsprechende Pläne gerade abgelehnt. Von großer Zufriedenheit ist bei Tierschützern aber nicht die Rede: „Der Anfang eines richtigen Wegs, aber es muss noch viel mehr passieren“, sagt Cornelia Haak von der Initiative Katzenschutzverordnung im Landkreis Stade.

„Wir sehen noch immer extrem viel Leid und Elend“, ergänzt Reidun Kildal vom Tierschutzverein Buxtehude. 60 Katzen werden zurzeit von den Buxtehuder Tierschützern betreut. Was Cornelia Haack befürchtet: Die bloße Verordnung, die Kastration und Registrierung von Freigänger-Katzen vorschreibt, wird als ausreichend angesehen, um die unkontrollierte Vermehrung von Hauskatzen zu unterbinden. „Viele Gemeinden informieren nicht einmal richtig, obwohl sie eine solche Verordnung haben“, kritisiert Haak. 

Die Tierschützer befürchten, dass ihre Arbeit nicht weniger werden wird. Beispiel Buxtehude: Allein an einer einzigen Straße seien 40 Katzen auf einmal eingefangen worden. In den vergangenen Jahren seien immer wieder „Nester“ von 20 bis 40 Tieren aufgetaucht.

„Die sind meist in einem elenden Zustand“, sagt Cornelia Haak, die daran erinnert, dass es in Deutschland zwischen 2,5 und 3,5 Millionen Streuner gebe.

Wenn Mitglieder von Tierschutzvereinen sich um diese Tiere kümmern und sie kastrieren lassen, geht ein erheblicher Teil des ohnehin knappen Budgets dafür drauf: Die Kastration einer Katze koste rund 100 Euro, die eines Katers ungefähr 60 bis 80 Euro, erklärt Reidun Kildal. Die Tierschützer sehen die Kommunen und die Katzenhalter in der Pflicht. Kommunen seien per Gesetz in der Verantwortung, sich um Fundtiere zu kümmern, und die Besitzer sollten verantwortungsvoller handeln.

Und schließlich: „Unsere Arbeit braucht mehr Unterstützung“, sagt Carola Gajewsky vom Tierschutzverein Buxtehude. Unterstützung heißt für die drei Tierschützerinnen: Mehr öffentliche Gelder und mehr Engagement von Menschen, die sich um das Tierwohl kümmern wollen.

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