Wohnmobilisten ließen sich von Kanzlerin-Appell nicht abhalten Im „WoMo“ fühlen sie sich gut geschützt gegen Corona

sla/wei. Landkreis. Das neue Beherbergungsverbot wegen steigender Infektionszahlen sorgte pünktlich zu den Herbstferien für reichlich Verwirrung und erschwerte bei so manchem die Urlaubspläne. Hinzu kam der Appell von Bundeskanzlerin Angela Merkel, bei dem sie eindringlich darum bat, derzeit nur in dringlichen Fällen in den Urlaub zu reisen. Viele waren nach dem Appell der Kanzlerin ratlos: Bleiben wir zu Hause oder fahren wir trotzdem in den Herbsturlaub? Wohnmobilbesitzer fühlen sich eigentlich nicht betroffen. Können doch gerade sie sich in ihren rollenden Unterkünften ideal vor Corona schützen und die Regeln einhalten. Tatsächlich sind im Landkreis derzeit viele Wohnmobilisten unterwegs.
So ist der Wohnmobilplatz in Buxtehude momentan nahezu komplett belegt. Kennzeichen aus ganz Deutschland zeigen, dass die Urlauber aus dem gesamten Bundesgebiet angereist sind. Doch bei Nachfrage bei den Wohnmobilisten, darunter Senioren ebenso wie Familien mit Kindern, warum sie in Buxtehude Urlaub machen, kamen nur verhaltene Äußerungen. Nahezu keiner wollte nähere Angaben zu den Urlaubsgründen machen und schon gar nicht namentlich genannt werden. Auf Nachfrage bei Ferienwohnungs-Vermietern haben einige Gäste etwa aus der Schweiz bereits kurzfristig ihre Buchung storniert. Eine Urlauberin aus Bad Eisenach, die momentan mit ihrer Enkelin in Buxtehude die Herbstferien verbringt, gab zu, dass sie kurzeitig überlegt habe, ihren Urlaub abzusagen, sich aber dann doch entschlossen hat, die Herbstferien wie geplant in Buxtehude zu verbringen.
Auch Stade ist ein beliebtes Ziel der „WoMo“-Urlauber. Dort waren die Wohnmobilisten allerdings sehr auskunftsfreudig. Wie etwa Marianne und Heinz Hopmann aus Niendorf. Die beiden verbringen zusammen mit Freunden den Urlaub in Stade. Ihre Fahrzeuge parken nebeneinander auf dem Stellplatz. Heinz Hopmann kennt Stade noch von früher, da er hier beruflich zu tun hatte. Der Urlaub mit dem Wohnmobil in Stade war also geplant und keine Corona-bedingte Notlösung. Das Ehepaar unternimmt viel und fühlt sich auch sicher in Sachen Corona. Fahrrad fahren und Essen gehen gehöre zum Urlaub dazu.
Von weiter weg, aus Bad Aibling in Bayern, kommen Gisela und Thomas Stout. Das Ehepaar besuchte zuerst die Tochter in Hamburg. Die beiden nutzen die aktuelle Lage, um Deutschland zu erkunden, und verzichten daher auf Flugreisen. Generell nutzen sie öfter die Möglichkeit, mit dem eigenen Wohnmobil loszufahren. Stade wurde dem Ehepaar von dem Freund der Tochter empfohlen. Und sie sind positiv beeindruckt. „Das Wohnmobil ist in dieser Zeit die sicherste Art zu reisen“, so Gisela Stout. Die Wohnmobilisten haben ihre eigene Sanitäranlage und eine eigene Küche. Das Ehepaar ist ein Fan von regionalen Produkten. Nun hoffen sie, vor der Abreise noch ein paar Äpfel aus dem Alten Land besorgen zu können.
• In Niedersachsen ist das neue Beherbergungsverbot nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg vom 15. Oktober im Eilverfahren schon wieder außer Kraft gesetzt worden. Hotels und Pensionen müssen sich seitdem nicht mehr an die entsprechende Verordnung halten. Urlaub in Niedersachsen ist damit wieder uneingeschränkt möglich. Der Wohnmobilstellplatz Am Schiffertor in Stade bietet Platz für 79 Wohnmobile. Aufgrund von Corona musste dieser vom 17. März bis 10. Mai schließen. Ab dem 11. Mai durfte die Belegung der Stellplätze zu maximal 50 Prozent ausgelastet sein. In den darauf folgenden Monaten stiegen die Auslastungsgrenzen. Vom 25. Mai bis zum 7. Juni lag die maximale Auslastung bei 60 Prozent, ab dem 8. Juni bei 80 Prozent und seit dem 22. Juni bei 100 Prozent.
Die durchschnittliche Auslastung betrug in den Monaten Mai und Juni 90 Prozent, im Juli und August 80 Prozent und im September 100 Prozent.
Der Wohnmobilstellplatz in der Festung Grauerort bietet Platz für 25 Wohnmobile. Die Eröffnung des Stellplatzes war am 17. Juli. Hier betrug die durchschnittliche Auslastung im Juli 25 Prozent, im August 35 Prozent und im September 52 Prozent. Ein Überblick über die Zahlen

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