Zurück in die Vergangenheit: Ex-Bürgermeister versendet historische Ansichten bis nach Neuseeland Buxtehude grüßt den Rest der Welt

sla. Buxtehude. Wussten Sie, dass Buxtehude mal aus drei Stadtteilen bestand? Oder kennen Sie noch das Waldschlösschen oder die Lederfabrik? Hobby-Chronist Hans-Georg Freudenthal möchte, dass die vielen Details der Buxtehuder Stadtgeschichte nicht in Vergessenheit geraten – insbesondere auch im Ausland. „Brasilien, Neuseeland, Bahamas – meine Facebook-Freunde in Übersee sind vor allem ehemalige Buxtehuder oder aus der Umgebung sowie auch Hamburger, die alle ausgewandert sind und sich jetzt freuen, dass sie etwas über ihre alte Heimatstadt erfahren und schöne Erinnerungen erhalten“, sagt Hans-Georg Freudenthal. Aktuell hat der 87-Jährige 304 Freunde auf Facebook, die ihm häufig antworten und mehr über Buxtehude erfahren möchten.
Freudenthal kennt Buxtehude wie seine Westentasche. Er ist hier geboren, fühle sich aber eigentlich als Ellerbrucher, gesteht er. Ellerbruch war vor 1931 neben Altkloster und Buxtehude der dritte Stadtteil, an den heute nur noch die Straße Am Ellerbruch, wo Freudenthal aufwuchs, und der Ellerbruch-Tunnel sowie alte Ansichten von Hans-Georg Freudenthal erinnern. Dabei sollte der Tunnel eigentlich nach der französischen Patenstadt Blagnac benannt werden, weiß Freudenthal. Doch dagegen sei er auf die Barrikaden gegangen. Auch bei anderen (Bau)-Plänen mischte sich der Buxtehuder Ex-Bürgermeister (1974 bis 1976) immer wieder ein. 30 Jahre lang gehörte er dem Stadtrat an und bekam 1989 das Bundesverdienstkreuz verliehen: „Sie sind ein Kind der Stadt wie kaum ein anderer“, sagte der damalige Stadtdirektor Christian Hermann über den neuen Ordensträger.
Bei der einstigen Frage zur Umgehungslösung Spange oder Brücke in den 1980er Jahren über die Bahnlinie plädierte Freudenthal für die Spange. Einige der einstigen Themen haben noch heute Aktualität, wie etwa der Autobahnzubringer zur A 26. „Bereits 1970 wurde die A26 im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen ausgewiesen“, so Freudenthal, der daher die Klage der Anwohner nicht nachvollziehen kann. Etliche Artikel über die Geschehnisse in und um Buxtehude archivierte er schon während seiner Amtszeit als Bürgermeister, verfügt mittlerweile über einen Fundus von mehr als 300 Berichten sowie rund zwanzig Büchern über die Stadtgeschichte mit Details, die bis zur Entstehung Buxtehudes zurückreichen.
Immer wieder steigt Freudenthal tief in die Vergangenheit ein, weiß um den einstigen Zwist der Schützen von Altkloster und der Gilde Buxtehudes, der ins Jahr 1883 zurückführt und heute kein Thema mehr ist. Auch zur kampflosen Übergabe der Stadt Buxtehude am 22. April 1945 an die englischen Besatzungsgruppen weiß er zu berichten.
Seit 2019 postet er historische Ansichten und Geschichten aus der guten alten Zeit auf Facebook, ist dort in diversen Gruppen wie etwa „Mein Buxtehude“ aktiv – und hält auf diese Weise schöne Erinnerungen auch jenseits von Buxtehude wach.

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