Apensens Samtgemeinde-Bürgermeisterin spricht mit dem WOCHENBLATT Petra Beckmann-Frelock: Ein Jahr im Amt

sla. Apensen. „Es war kein leichter Start. Aber das war klar“, sagt Petra Beckmann-Frelock. „Ich habe mich als Kandidatin der UWA aufstellen lassen, dadurch war die Konfrontation bereits programmiert – und das wird auch so bleiben“, ergänzt die Samtgemeinde-Bürgermeisterin.
Als sie vor einem Jahr gewählt wurde, hatte sie selbst nicht mit einem Sieg gerechnet. „Ich wusste, dass die Gegenkandidatin ein Verwaltungsprofi ist“, erklärt sie. Doch ihr eigener Heimvorteil, der mit dem Wahlslogan „Aus Apensen – für Apensen“ in den Vordergrund gestellt wurde, hat anscheinend die Mehrheit überzeugt. Bereits seit 2004 lebt die Diplom-Verwaltungsfachwirtin im Bereich Sozialversicherung im Landkreis Stade, seit zehn Jahren in der Samtgemeinde – erst in Beckdorf, jetzt in Apensen. Lediglich ihr leichtes „Sächseln“ erinnert noch daran, dass sie aus Leipzig stammt.
„Ich komme nicht aus der Kommunalpolitik, mache aber meine Hausaufgaben und habe schon viel gelernt. Ich glaube, die Bürger der Samtgemeinde wollen nicht länger negativ in den Medien erwähnt werden – und ich möchte es anders machen“, sagt Beckmann-Frelock im Hinblick auf die Vorfälle aus der Vergangenheit wie die Headhunter-Affäre zur Kandidatensuche, Drohanrufe bei der Ehefrau von Sauensieks Bürgermeister Rolf Suhr oder das Hin und Her zur Erweiterung der Kita in Beckdorf. Auch die hohe Fluktuation habe ihr die Arbeit im Rathaus nicht gerade leicht gemacht, sagt sie und nennt Namen wie Sommer oder Riebesell. Doch ihr Personal sei jetzt eingearbeitet und alles laufe. Dennoch gab es erst jüngst Vorwürfe zur Rückzahlung der Kita-Gebühren und Sauensieks Bürgermeister Rolf Suhr warf ihr in diesem Zusammenhang sogar Unfähigkeit vor. „Er hat vor allem meine Mitarbeiterin angegriffen, das geht gar nicht“, so Beckmann-Frelock, die gleich darauf einen Mitarbeiter zur Verstärkung eingesetzt hat.
Besonders stolz ist sie, dass das Rathaus für die Bürger trotz Corona immer erreichbar blieb. Und wie viele andere Mütter auch, habe sie im Rathaus und im Homeoffice den Spagat zwischen Kindern und Job gemeistert. Ihre beiden Töchter (acht und 12) betreut die Samtgemeinde-Bürgermeisterin im Wechsel mit ihrem Ex-Mann.
Für die Zukunft in Apensen wünscht sie sich ein digitalisiertes Rathaus, wie es etwa in Dänemark und Schweden schon üblich ist, von der Akte bis zur Terminvergabe, das auch die ältere Generation dabei an die Hand nimmt. Auch das Thema Umweltschutz soll in Apensen trotz Corona nicht in Vergessenheit geraten. Außerdem wünsche sie sich eine weitere Integrationsgruppe im Kindergarten oder sogar eine Integrations-Kita. „Apensen wächst und muss auch auf Kinder mit speziellen Bedürfnissen reagieren. Es bleibt weiterhin spannend. Es geht mir aber nicht um Macht, sondern ich möchte auf Augenhöhe mit allen Beteiligten zusammenarbeiten“, so die oberste Chefin der Samtgemeinde Apensen.

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