Bauvorhaben am Kirchberg in Neu Wulmstorf / Neue Verhandlungen nötig Die Kirche wurde einfach ausgebootet

sla. Neu Wulmstorf. „Es ist ein handfester Eklat“, sagte Pastor Dr. Florian Schneider als er von dem Vorfall in der letzten Bauausschusssitzung der Gemeinde erfuhr. „Obwohl es um das Grundstück am Lutherberg geht, sind wir als Kirche nicht mal eingeladen, geschweige denn über den Verhandlungszeitpunkt informiert worden“, so Schneider verärgert. Thema bei der Sitzung war das geplante Wohngebiet in dem Wäldchen hinter der Lutherkirche. 48 Reihenhäuser und 18 Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus will der Projektentwickler PNG an der Wulmstorfer Straße bauen. Doch die SPD-Fraktion mit Ausnahme des Ausschussvorsitzenden Thomas Grambow lehnte die vorgelegten Pläne ab, zu verdichtet, zu wenig vielfältig lautete die Begründung.
Ursprünglich gab es den Plan, die Luther-Kita zu erweitern und dafür Gelder heranzuziehen, die aus dem sogenannten Folgekostenbeitrag stammen, einer Infra-stukturabgabe, die ein Investor für jede Wohneinheit, die er schafft, an die Gemeinde zahlen muss. Doch nach einem Gutachten zur Kindertagesstätten-Bedarfsplanung erachtete die Gemeinde im Mai eine Erweiterung der kirchlichen Kita offenbar für nicht mehr nötig. „Seitdem haben wir nichts mehr gehört“, so der Pastor der Luthergemeinde. Der Projektentwickler PNG war hingegen davon ausgegangen, alles sei mit Kirche, Verwaltung und Politik abgesprochen. „Seit Mai hat keiner mit uns gesprochen. Die Gemeinde kann jetzt nicht so tun, als wenn nichts gewesen wäre“, so Schneider. Bereits im September 2019 hatte die Kirche definiert, unter welchen Bedingungen das Projekt aus ihrer Sicht umzusetzen ist. „Wenn wir schon die Erschließung von Wohnraum durch Landverkauf unterstützen wollen, dann möchten wir beim Verkauf auch unseren ‚diakonischen Fußabdruck‘ hinterlassen und für bezahlbaren Wohnraum sorgen“, so Schneider. „Wir müssen jetzt zurück an den Verhandlungstisch finden.“

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