Ein Projekt, das Vorbildcharakter hat Giselbertstraße als Buxtehuder Nachhaltigkeits-Labor

tk. Buxtehude. Buxtehude ist zum zweiten Mal nach 2019 für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie der Städte mittlerer Größe nominiert worden (das WOCHENBLATT berichtete). Das Team aus der Stadtverwaltung, das diese erfreuliche Nachricht verkündet hat, nutzte die Gelegenheit, um zu erklären, was nachhaltige Ziele und Strategien für die Estestadt sind und wo bereits nachhaltig gearbeitet und geplant wird. Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt: „Im Kern geht es um den Dreiklang aus Ökologie, Ökonomie und Sozialem.“

Ein gutes Beispiel für nachhaltige Entwicklung ist das Baugebiet Giselbertstraße. „Das könnte man als Labor für Nachhaltigkeit in Buxtehude bezeichnen“, sagte Stadtplanerin Anette Mojik-Schneede. Geplant wurde zum Beispiel mit Bürgern und Anliegern. „Partizipation war uns wichtig“, so die Stadtplanerin. Ein Ergebnis davon: „Es gibt einen sehr großen Grüngürtel, der nicht bebaut werden wird.“ Hier treffen sich Nachhaltigkeitsziele aus den Bereichen  Klimaschutz, Stadtentwicklung und Partnerschaft im Sinne von Bürgerbeteiligung.
Nachhaltigkeitsziele aus den Bereichen Soziales und Bildung finden sich etwa in der geplanten Serviceeinrichtung, die am Eingang des neuen Wohngebietes errichtet werden soll. Das werde ähnlich wie das Stieglitzhaus oder das FaBiZ ein Ort der Begegnung und Kommunikation werden. Außerdem noch eine Kita. Wie sich Bauen, Stadtplanung und Ökologie treffen, werde am Beispiel des Lärmschutzwalls deutlich. Das wird kein großer Erdhügel, sondern ein Bauwerk mit Platz für Photovoltaikanlagen, Lebensraum für Tiere – etwa mit Nistkästen und Insektenhotels – und eingebunden in den gesamten Grüngürtel. 

„Diese Ziele kommen auch bei Investoren an“, sagte Annette Mojik-Schneede. Das Interesse an den städtischen Grundstücken sei groß. Das Auswahlverfahren  laufe und die Unternehmen seien bereit, die politisch formulierten Ziele von preisgünstigem Wohnraum bis hin zum ökologischen Bauen umzusetzen.
Frauke Schulte, Präventionskoordinatorin der Hansestadt, nannte anschließend Beispiele nachhaltiger Arbeit aus dem Bereich Soziales und Bildung: Angefangen vom Präventionsrat, den es seit 20 Jahren gibt und der sich künftig auch um das Thema Klimaschutz kümmern werde, bis hin zu den Frühen Hilfen.  Dabei kümmern sich Familien-Hebammen um Eltern und Kinder, wenn es Beratungs- und Hilfebedarf gibt. Außerdem gebe es mit „Ener Kita“ ein über drei Jahre angelegtes Programm für Kitas, das sich mit Fragen von Klimaschutz und Energieverbrauch befasse.

Auch bei der Wirtschaftsförderung, erklärte Kerstin Maack, Fachgruppenleiterin Wirtschaftsförderung, spiele Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Das betreffe nicht nur Neuansiedlungen, sondern auch die Bestandspflege. Um für Firmen attraktiv zu sein und zu bleiben, um Arbeitsplätze nach Buxtehude zu holen, sei etwa ein gutes Bildungsangebot entscheidend. „Fachbereichsübergreifend zu arbeiten ist für uns geübte Praxis“, sagt Wirtschaftsförderin Maack und fügt hinzu: „Die Zukunft zu gestalten, spiegelt sich an den UN-Nachhaltigkeitszielen.“ Viele Akteure auf dem Gebiet der lokalen Wirtschaft würden, wenn sie über diese Ziele diskutieren, feststellen, das daraus gute Impulse für ihr unternehmerisches Handeln abgeleitet werden können.

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