„Ich will Deutschland etwas zurückgeben“ Fadi Alhassan: Perfektes Beispiel für gelungene Integration

os. Buchholz. Mit dem Ausspruch „Wir schaffen das!“ hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 31. August 2015 einen der prägendsten politischen Sätze in der deutschen Nachkriegsgeschichte gesagt. Im Hinblick auf die Aufnahme von zehntausenden Flüchtlingen wollte sie Mut machen und dokumentieren, dass Deutschland die Herausforderungen der Integration meistert.
Einer, der Merkels Satz zu 100 Prozent unterstreicht, ist Fadi Alhassan (41). Er floh vor dem Bürgerkrieg in Syrien, schlug sich nach Deutschland durch, stellte erfolgreich einen Asylantrag und holte seine Familie nach – Ehefrau Wafaa, Tochter Zaina (heute 9) und Sohn Hassan (heute 6). Die jüngste Tochter Hala (18 Monate) wurde in Deutschland geboren. Heute ist die Familie fest integriert in Buchholz, Fadi Alhassan arbeitet bei Human Care als Heimleiter in einer Flüchtlingsunterkunft. „Wir haben in Deutschland das Paradies gefunden“, betont der studierte Rechtsanwalt. „Dieses Land und seine Menschen haben meiner Familie und den vielen anderen Flüchtlingen so viel gegeben, da will ich auf jeden Fall etwas zurückgeben!“
Alhassans Dank geht vor allem an die vielen ehrenamtlichen Helfer, die ihn bei seiner ersten Station in einer Flüchtlingsunterkunft in Neu Wulmstorf und später in Buchholz so tatkräftig unterstützten. „Sehr viele Menschen haben ein großes Herz“, lobt Alhassan.
Nach fast sechs Jahren in Deutschland steht für ihn fest: Eine Rückkehr wird es für ihn und seine Familie nicht geben. „Nach so vielen Jahren Krieg gibt es keine Zukunft für Syrien“, sagt Alhassan.
Seine Eltern leben noch in Syrien. Sie berichten von humanitären Katastrophen und Engpässen in der Versorgung z. B. mit Strom und Wasser. „Ich habe meine Tochter Zaina einmal gefragt, ob wir irgendwann nach Syrien zurückkehren sollen“, berichtet Alhassan. „Sie hat geantwortet: ‚Auf keinen Fall. Ich habe hier in Buchholz alle Freundinnen und fühle mich hier total wohl‘.“ Dann folgte der wichtigste Satz: „Hier gibt es keine Bomben.“ Die Kinder haben die Sprachbarriere längst überwunden, auf dem Zeugnis von Zaina an ihrer Grundschule stehen lauter Zweien und nur eine Drei.
Auch Fadi Alhassan spricht sehr gut Deutsch. Als er nach Deutschland kam und in einer Flüchtlingsunterkunft in Neu Wulmstorf untergebracht war, verstand er nichts. „Die Unterstützung in den Sprachkursen ist sehr gut, allerdings wären extra Sprachkurse für Akademiker wünschenswert“, sagt Alhassan. Viele Flüchtlinge seien hervorragend ausgebildet und könnten in ihren alten Berufen arbeiten. Es seien allerdings keine speziellen Aufbaukurse im Angebot, mit denen er z. B. die Rechtsbegriffe hätte lernen können.
Fadi Alhassan wünscht sich auch, dass die Bearbeitung der Asylanträge rascher vonstatten geht. Aus seiner täglichen Arbeit in der Flüchtlingsunterkunft Am Langen Sal in Buchholz weiß er, dass die allermeisten Bewohner lieber heute als morgen eine Arbeit aufnehmen wollen. „Sie brauchen diese Arbeit und wollen ansonsten nur in Ruhe leben.“
Fadi Alhassan hat es geschafft und ist in Deutschland voll integriert. In Kürze soll das auch offiziell dokumentiert werden: „Wir sollen bald unsere deutschen Pässe bekommen“, sagt er mit einem Strahlen im Gesicht.

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