Nach dem Knast Was wird aus der Elbinsel Hanöfersand?

sla/jab. Jork. Auf der Elbinsel Hahnöfersand tut sich was. Die Freie und Hansestadt Hamburg gibt die dortige Justizvollzugsanstalt auf und plant als Ersatz einen JVA-Neubau in HH-Billwerder (das WOCHENBLATT berichtete). Zwischen der Hamburger Justizbehörde, der Gemeinde Jork und dem Landkreis Stade gibt es hierzu seit längerem einen Austausch über den Planungsstand. Dabei entwickelt sich zum Streitpunkt, welches Mitspracherecht Jork und der Kreis Stade tatsächlich haben.

Mit Ausnahme der Flächen des Deichverbandes ist Hamburg Flächeneigentümer der Elbinsel. Die Gemeinde Jork hat immer wieder den Wunsch geäußert, gemeinsam mit den Hamburger Behörden als Grundstückseigentümer über eine Nachnutzung, zum Beispiel für ein touristisches Leuchtturmprojekt, zu diskutieren, erklärt Jorks Bürgermeister Matthias Riel.

Angst um touristische Nachnutzung

Die Gemeinde Jork wäre für die Bauleitplanung zuständig, der Landkreis Stade für die Genehmigung und Hamburg als Eigentümer für einen etwaigen Flächenverkauf. Die Gemeinde Jork hat jetzt die Sorge, dass wegen des Umfangs der Hamburger Ausgleichsmaßnahmen jegliche Zukunftsüberlegungen für eine eventuell touristische Nachnutzung der Insel ausgeschlossen sein könnten.

Ebenso besteht die Sorge, dass der Deichverband die jetzt gepachtete Unterbringungsmöglichkeit für seine Schafherde in einem Stallgebäude auf der Insel verlieren könnte. Das hätte Nachteile für die Deichpflege und die Deichsicherheit. Über diese Sorgen hat die Gemeinde Jork die Hamburger Stadtplanungsbehörde im Rahmen der dort laufenden Behördenbeteiligung informiert. In den nächsten Monaten wird Hamburg für dieses Verfahren die öffentliche Auslegung der Planungsunterlagen veranlassen.

Auch im Ausschuss für Regionalplanung und Umweltfragen des Landkreises Stade war die Insel durch einen Eilantrag der Gruppe FDP/Piratenpartei Thema. In der Sitzung war man sich einig, dass nur Maßnahmen durchgeführt werden dürften, mit der alle Beteiligten zufrieden sind. Die Politiker lehnten die komplette Umnutzung für Ausgleichsmaßnahmen von Hamburger Seite ab. Ausnahme bleibt die Kompensation für den JVA-Neubau.

Denkmalschutz wird überprüft

Außerdem steht beim Erhalt einiger Gebäude der Denkmalschutzaspekt im Raum. Kreisbaurätin Madeleine Pönitz erläuterte die derzeit laufenden Prüfungen vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege in Lüneburg. Das „Christian-Koch-Haus“, ein Klinkerbau des Hamburgers Friedrich Wilhelm Schumacher, sowie weitere Gebäude der Anfang des 20. Jahrhunderts gebauten Anstalt könnten unter Schutz gestellt werden.

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