Politische Mehrheit will Bürgermeisterin absägen Apensen: Beckmann-Frelock muss weg – und dann?

Apensen. Die politische Mehrheit in Apensen hat – erwartungsgemäß – das Verfahren zur Abwahl von Samtgemeinde-Bürgermeisterin Petra Beckmann-Frelock (UWA) eingeläutet. Im besten Apensener-Polit-Stil: Entweder sie geht „freiwillig“ oder der Abwahlantrag geht in den Samtgemeinderat. Könnte man Erpressung nennen. Darauf haben die Mehrheitsfraktionen seit der unerwarteten Wahl der Rathauschefin vor anderthalb Jahren konsequent hingearbeitet. Ihre Mission: absägen!

Als parallelen Kriegsschauplatz gibt es eine ausführliche Dokumentation, die Verwaltungsmitarbeiter erstellt haben und die Verfehlungen der Bürgermeisterin seit Dienstantritt auflistet. Wohl kaum ein Zufall, dass beides gleichzeitig geschieht. Die Gräben innerhalb des Rathauses und die zwischen Beckmann-Frelock und der Politik sind unüberwindbar. Das steht fest.

Fest steht auch, dass die unerfahrene Bürgermeisterin Fehler gemacht hat. Im Handeln und in der Kommunikation. Fakt ist aber auch: Nicht das ganze Rathaus will sie absägen. Und Tatsache ist ebenso: Die Politik hat keinen Plan, was sie wirklich will. Außer dem finalen Beckmann-Frelock-Bashing hat die Mehrheit nichts zu bieten. Wenn der Samtgemeinderat die Abwahl einleitet, haben die Bürger das Wort. Gut möglich, dass Petra Beckmann-Frelock Samtgemeinde-Bürgermeisterin mit einem zweiten klaren Wählervotum bleibt.

Und dann? Der Samtgemeinderat könnte sich auflösen. Jede Wette – das wird er nicht. In den Fraktionen kleben die Mini-Trumps an ihren Stühlen und wollen den Wählerwillen nicht zur Kenntnis nehmen. Die Mehrheit träumt vermutlich davon, ihre Ex-Favoritin Manuela Mahnke, die gegen Beckmann-Frelock haushoch verloren hat, doch noch durchzudrücken. Zeit hätte sie für Apensen. Die Wähler in Nottuln bei Münster haben die SPD-Bürgermeisterin gerade abgewählt.

Es wird sich – Abwahlantrag hin oder her – in Apensen kaum etwas verändern. Politik für die Menschen vor Ort ist nur noch zweitrangig. Deswegen mein Appell: Jetzt sind die Bürgerinnen und Bürger gefordert. Holen Sie intelligente und parteipolitisch unbelastete Menschen zusammen, gründen Sie eine Liste mit Engagierten, denen es um Apensen und nicht um politische Rachefantasien und kleinkariertes Denken geht. Jede Wette: Von anderen Verwaltungen und ehrenamtlichen Politikern außerhalb der Skandal-Gemeinde Apensen werden Sie jede Menge Unterstützung bekommen.

Und: Frau Beckmann-Frelock, denken Sie darüber nach, ob Sie den Job wollen und auch können. Wenn Sie beides mit Ja beantworten und der Wähler sie bestätigt, dann holen Sie sich trotzdem zusätzlich noch externen Sachverstand.
Tom Kreib

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