Scharfe Geschütze gegen Samtgemeinde-Bürgermeisterin Mega-Zoff in Apensen um Kita-Gebühren-Rückzahlung

sla. Apensen. Schwere Vorwürfe erhebt Sauensieks Bürgermeister Rolf Suhr (CDU) gegen Apensens Samtgemeinde-Bürgermeisterin Petra Beckmann-Frelock (UWA). In einem Brief, den Suhr auch Eltern, Rat und dem WOCHENBLATT zukommen ließ, kritisiert er aufs Schärfste die Verzögerung bei der Rückzahlung der Kita-Gebühren an die Eltern wegen der coronabedingten Schließung. „Die Eltern brauchen das Geld dringend. Ich erwarte, dass Sie die notwendigen Schritte veranlassen und dass innerhalb dieser Woche die Erstattungen erfolgen“, schrieb Suhr an Beckmann-Frelock am 2. Juni.

Trotz Beschluss Gebühren eingezogen

Bereits am 27. April wurde im Verwaltungsausschuss der Gemeinde Sauensiek nach Abfrage der Ratsmitglieder der Gemeinde Sauensiek als Träger der Kitas in Sauensiek und Revenahe beschlossen, die Kita-Gebühren wegen Corona den Eltern, deren Kinder nicht in den Notgruppen betreut werden, zu erstatten. „Der Beschluss ist gefasst worden, um die Eltern in dieser schwierigen Zeit unverzüglich zu entlasten“, so Suhr. Rund einen Monat später habe es massive Beschwerden aus Beckdorf und Apensen gegeben und Suhr habe mit Entsetzen von erbosten Eltern der Kitas in Sauensiek und Revenahe erfahren, dass keine Gebühren erstattet wurden. „Trotzdem sind aber in diesen Tagen erneut Gebühren eingezogen worden“, so Suhr.

Auf Anfrage vom WOCHENBLATT bei Samtgemeinde-Bürgermeisterin Petra Beckmann-Frelock gibt diese zu, dass es zu Verzögerungen gekommen sei. Die Essengeldzahlungen seien inzwischen bereits überwiesen und die Zahlungen der Kita-Gebühren würden spätestens nächste Woche bei den Eltern eingehen. Ein zusätzlicher Mitarbeiter kümmere sich jetzt um diese Aufgabe. Zudem könne sie die Kritik nur bedingt annehmen, denn in Sauensiek habe es einen anderen Beschluss als in der Samtgemeinde gegeben, wo Beiträge nicht erst eingezogen und hinterher wieder zurückerstattet werden sollen, argumentiert Beckmann-Frelock.

„Ich halte ihr Verhalten für ignorant und unsensibel“

In seinem Brief fährt Suhr weiterhin schwere Geschütze gegen die Samtgemeinde-Bürgermeisterin auf: „Nach Aussage der Sachbearbeiterin in der Samtgemeindeverwaltung wurden Sie von ihr darauf hingewiesen, dass sie die Arbeit allein nicht leisten könne. Sie sollen lediglich geantwortet haben: ‚Dann dauert es eben länger.‘ Ich halte dieses Vorgehen für ein Versagen der Samtgemeindeverwaltung. Dafür sind Sie als Chefin allein verantwortlich. Es wäre Ihre Aufgabe gewesen, an dieser Stelle für Unterstützung zu sorgen. Ich halte Ihr Vorgehen für ignorant und unsensibel gegenüber denjenigen, die sehr stark unter der Corona-Pandemie zu leiden haben.“

„Sehr überrascht“

Zu diesen Beschuldigungen äußerte sich Beckmann-Frelock gegenüber dem WOCHENBLATT wie folgt: „Ich habe mit meiner Mitarbeiterin gesprochen, die mir versicherte, sie hätte diese Äußerung nicht gemacht. Ich war über den Brief von Herrn Suhr überhaupt sehr überrascht, den er auch den Rat zukommen ließ. Ich habe nur gedacht: Willkommen im Wahlkampf – und fokussiere mich jetzt vor allem darauf, den Eltern eine gute Lösung zur Betreuung ihrer Kinder zu organisieren.“

Aufgabe schlicht nicht nachgekommen

Ratsherr Stefan Reigber (UWA) reagierte auf den Brief mit einer Pressemitteilung und erklärte unter anderen: „Zahlungen für die Kitas in Sauensiek und Revenahe werden von Rolf Suhr oder Sabine Benden als seine Stellvertreterin freigegeben. Frau Beckmann-Frelock hat keine Handhabe, die entsprechenden Zahlungen anzuweisen, da die Kitas Sauensiek und Revenahe im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde Sauensiek liegen. Die übergeordnete Kontrolle und Dienstaufsicht der Angelegenheiten Sauensieks, mithin auch Auszahlungen, obliegen Herrn Suhr. Dieser Aufgabe ist er schlicht nicht nachgekommen. Ich meine, das Verhalten von Herrn Suhr ist eine politische Rauchbombe.“

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