Die Heckenschere hat jetzt Pause

thl. Stelle. Die Gemeinde Stelle erreichen aktuell viele Anfragen darüber, ob jetzt im Frühjahr im eigenen Garten Bäume, Hecken oder Sträucher beschnitten werden dürfen.
„Gartenbesitzern ist grundsätzlich ein vorsichtiger Umgang bei der Pflege ihrer Pflanzungen zu empfehlen“, sagt Bürgermeister Robert Isernhagen. „So sollten Hecken besser nicht vor August zurückgeschnitten werden, weil dort häufig Vögel wie z.B. die Amsel, ihre Jungen aufziehen.“ Bei Obstbäumen ist es sogar ungünstig, sie im Frühjahr zurückzuschneiden, wenn sie gerade in vollem Saft stehen. Dabei würden womöglich Blühtriebe abgeschnitten und das kann den Ertrag schmälern, so die Information der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Oldenburg. Weiter schreibt sie: Vom 1. März bis zum 30. September ist es außerhalb des Waldes verboten, Bäume, Hecken, Gebüsche und andere Gehölze abzuschneiden, bis auf den Wurzelstock zurückzuschneiden und zu beseitigen. Erlaubt bleiben in dieser Zeit schonende Form- und Pflegeschnitte, die der Beseitigung des Pflanzenzuwachses oder der Gesunderhaltung von Bäumen dienen.
Das Bundesnaturschutzgesetz regelt das Gehölzschnittverbot. Es soll dem allgemeinen Schutz der Arten dienen, die auf diese Gehölze angewiesen sind, sowie das Blütenangebot für Insekten sicherstellen und Gehölze als Brutplatz erhalten. Das Verbot gilt für Bäume, Hecken, Gebüsche und andere Gehölze in der freien Landschaft, also zum Beispiel für Wallhecken und Windschutzhecken am Rand von Äckern, die für einzelne Vogelarten wichtige Nistplätze sind. In Ausnahmefällen, insbesondere zur Gefahrenabwehr und aus Gründen der Verkehrssicherheit, können die Gehölze jedoch in geringem Umfang beseitigt werden. Im Zweifelsfall geben die Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise beziehungsweise der kreisfreien Städte Auskunft.
Für Privatgärten gilt das Verbot für den Baumschnitt nicht; Hecken und Gebüsche dürfen dort aber ebenfalls ab März nicht stark zurückgeschnitten werden. Nur schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses sind erlaubt. Für Landwirte ist wichtig zu wissen, dass die Nichtbeachtung des Gehölzschnittschnittverbotes eine Kürzung ihrer Agrarförderungsprämien nach sich ziehen kann.

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