Ist die Impfung gefährlich? Die häufigsten Fragen der WOCHENBLATT-Leser bei der Telefonaktion zur Corona-Schutzimpfung

Die Telefonaktion zur Corona-Schutzimpfung mit einem Expertenteam der Bundeszentrale zur gesundheitlichen Aufklärung (BgzA), zu der das WOCHENBLATT seine Leser  eingeladen hatte, wurde sehr gut angenommen.
Viele Leser nutzen die Chance, ihre Fragen einem Expertenteam anonym und kostenlos zu stellen. Hier ein Überblick über die Fragen und Antworten:
Aufgrund einer Nierenerkrankung muss ich zur Dialyse. Bin ich deshalb verpflichtet, mich impfen lassen?
Nein, niemand ist gezwungen, sich impfen zu lassen. Zur Impfung wird geraten, da es sich beim Coronavirus um ein neuartiges, ansteckendes Virus handelt, das die teils lebensgefährlich verlaufende Krankheit COVID-19 verursacht. Das Risiko für einen ernsten Krankheitsverlauf steigt mit zunehmendem Alter und bei bestimmten Vorerkrankungen, wie zum Beispiel Nierenerkrankungen. Aber auch jüngere Erwachsene und Personen ohne Vorerkrankungen können schwer erkranken.
Wie viel Prozent der Bevölkerung in Deutschland müssen sich impfen lassen, damit die Pandemie endet?
Forscher gehen davon aus, dass dafür etwa 70 Prozent der Bevölkerung immun sein müssen. Damit wird die Virusübertragung so eingeschränkt, dass die Corona-Krise vorübergeht. Man vermutet, dass ein Teil der Bevölkerung bereits über einen Schutz durch die Infektion selbst verfügt. Klar ist auch: Je mehr Menschen geimpft werden, desto weniger Wirte findet das Virus. Noch weiß man nicht, ob Geimpfte möglicherweise noch Überträger des Coronavirus sein können. Jedoch lassen sich die Krankheit, ein schwerer Verlauf und das Sterben von Infizierten verhindern.
Ist die Impfung gefährlich, weil der Impfstoff den Körper anregt, das Corona-Virus selbst zu produzieren?
Nein, die neuen Impfstoffe enthalten lediglich Teile der Erbinformation des Virus. Ein Entstehen von kompletten, vermehrungsfähigen Viren ist ausgeschlossen. Die neu gebildeten, ungefährlichen Virus-Schnipselchen (Virus-Proteine) aktivieren aber das Immunsystem. Falls eine geimpfte Person später in Kontakt mit dem Corona-Virus kommt, erkennt das Immunsystem den Krankheitserreger und bekämpft ihn.
Konnte man die neuen Impfstoffe in der Kürze der Zeit überhaupt an genug Menschen testen? Welche Nebenwirkungen gab es schon?
In die Impfstoffstudien werden mehrere zehntausend Personen einbezogen. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind bisher nicht gehäuft aufgetreten. Im Gegenteil: Klinische Studien vor der Zulassung haben eine gute Verträglichkeit des Impfstoffes gezeigt. Es kann allerdings, wie nach jeder Impfung, zu Impfreaktionen kommen. Impfreaktionen sind eigentlich ein gutes Zeichen: Der Körper nimmt den Impfstoff auf und entwickelt Antikörper. Impfreaktionen können beispielsweise sein: stärkere Kopfschmerzen, Glieder- und Gelenkschmerzen, lokale Einstichschmerzen am Arm, Müdigkeit oder Übelkeit.
Welche Überprüfungen wurden bei der sehr schnellen Zulassung der neuen Impfstoffe übersprungen?
Keine. Die Beteiligten beschleunigten die Testverfahren nicht, indem sie Überprüfungen ausließen. Vielmehr führten sie Studien, die in der Regel nacheinander stattfinden, teilweise parallel durch und bereiteten die Zulassungsverfahren mit erhöhtem Personaleinsatz vor.
Konnte man in der kurzen Zeit der Forschung herausfinden, dass der Impfstoff keine Krankheiten wie Krebs auslöst?
Bisher fand sich in den Studien zur Untersuchung des Impfstoffs kein Anhaltspunkt dafür, dass er krebsauslösend sein könnte. Ein Impfstoff wird nur dann zugelassen, wenn er an einer ausreichend hohen Anzahl von Personen getestet wurde. Auch nach der Zulassung wird der Impfstoff weiter geprüft.
Muss ich meinen Impftermin wegen einer Erkältung absagen?
Wer an einer akuten Krankheit mit Fieber über 38,5°C leidet, soll erst nach Genesung geimpft werden. Eine Erkältung oder eine gering erhöhte Temperatur bis 38,5°C sind jedoch kein Grund, die Impfung zu verschieben.
Können auch 14-Jährige geimpft werden?
Geimpft werden zunächst nur Erwachsene. Die Impfstoffe sind für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahre noch nicht genügend auf Wirksamkeit und Sicherheit untersucht worden.
Welche Vorerkrankungen erhöhen das Risiko, sehr schwer an COVID-19 zu erkranken, so dass man in der Impf-Warteschlage vorrückt?
Das Alter eines Menschen ist der wichtigste Risikofaktor für einen schweren oder sogar tödlichen Erkrankungsverlauf. Darüber hinaus erhöhen folgende Vorerkrankungen das Risiko: Trisomie 21, chronische Nierenerkrankungen, Demenz, Herzinsuffizienz und Diabetes. Auch Organtransplantationen und ausgeprägtes Übergewicht können einen schweren Verlauf verursachen.
Muss die Maske noch sein, wenn man geimpft ist?
Ja, alle Schutzmaßnahmen, wie Maske, Abstand, Hygiene und Lüftung sind nach wie vor nötig. Denn auch Geimpfte können möglicherweise noch Überträger des Corona-Virus sein. Informationen der BZgA zum Corona-Virus und zur Corona-Schutzimpfung finden Sie unter:
www.infektionsschutz.de/coronavirus/
www.infektionsschutz.de/coronavirus/schutzimpfung.html
Weitere Informationen unter:
www.corona-schutzimpfung.de
Bundesweite Servicenummer:  Tel. 116 117
Beratungstelefon der BZgA unter der kostenlosen Rufnummer Tel. 0800-2322783 (Mo. bis Do.: 10 bis 22 Uhr, Fr. bis So.: 10 bis 18 Uhr.) Hier gibt es
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