Neue Regeln für das Glücksspiel in Deutschland

Für das Glücksspiel in Deutschland brechen neue Zeiten an. Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich die Bundesländer auf eine Gesetzesreform geeinigt. Dadurch sollen erstmal Glücksspiele im Internet weitgehend erlaubt werden. Das betrifft 
Casino-Klassiker wie Poker und Roulette, aber auch virtuelle Spielautomaten.

Bisher waren die Anbieter von Sportwetten in einer rechtlichen Grauzone tätig. Sie bekommen jetzt dauerhaft die Erlaubnis, ihre Spiele legal anzubieten. Ein 
staatliches Monopol bleibt nur bei der Lotterie bestehen.

Die neuen Regelungen zum Glücksspiel wurden von den Regierungschefs der Länder am 5. März 2020 beschlossen.

Der deutsche Markt

Deutschland ist der größte Glücksspielmarkt in Europa. An diesem Markt beteiligen sich Lottogesellschaften und die Anbieter von Sportwetten und Casinos. Laut den vorliegenden Daten der Bundesländer liegt der Umsatz bei 13,9 Milliarden Euro. Es gibt aber auch einen gewaltigen Schwarzmarkt. Auf ihn entfallen fast drei Milliarden Euro. Alleine die Anbieter illegaler Online-Casinos verdienen pro Jahr geschätzte zwei Milliarden Euro. Der größte Anteil entfällt dabei auf Spielautomaten in Gaststätten und Spielhallen. Deren Marktanteil liegt bei etwa 42 Prozent. Es folgen die Lotteriegesellschaften der Bundesländer mit einem Marktanteil von etwa 33 Prozent. Die illegalen Angebote sind in den letzten Jahren am schnellsten gewachsen.

Durch den Boom auf dem Schwarzmarkt sahen sich die Bundesländer unter Druck, weil es ihnen nicht gelungen ist, die bisher geltenden Verbote durchzusetzen. Auch illegale Anbieter aus dem Ausland mussten keine Konsequenzen befürchten. Man kann diese Entwicklung auch so interpretieren, dass dem Staat seit Jahren Steuereinnahmen entgangen sind. Die Kritiker der neuen Regelung befürchten eine Ausweitung der Spielsucht, vor allem auf Jugendliche.

Kontrolle durch eine bundesweite Behörde

Die klassischen Casino-Spiele wie Roulette und Blackjack sind weiteren Sonderregeln unterworfen. Der neue Glücksspielstaatsvertrag sieht eine bundesweite Behörde vor, die das Online-Anbebot bundesweit regeln soll. Das Ziel dabei ist es, die Einzahlungen der Spieler auf maximal tausend Euro pro Monat zu beschränken. Man will dafür die Zahlungsströme zentral überwachen. Es soll eine bundesweite Sperrdatei geben, die Süchtige von allen Spielen um Geld fernhält. Die Anbieter müssen weiters automatisierte Systeme entwickeln, um die von einer Spielsucht Gefährdeten zu erkennen.

Bisher war eine Trennung der Angebote vorgesehen. Das ist jetzt nicht mehr so. Die Anbieter können jetzt Sportwetten und Automatenspiele auf derselben Plattform anbieten. Weiters dürfen sie Lotterien vermitteln. Davon zu unterscheiden sind Casinospiele. Sie sollen staatlich konzessionierten Unternehmen vorbehalten sein.

Die Bundesländer können weitgehend selbst über die Details entscheiden. Werbung für die neuerdings erlaubten Online-Angebote ist jetzt erlaubt.

Bisher hatte Schleswig-Holstein als einziges Bundesland vorübergehend Online-Anbietern das Glücksspiel erlaubt. Diese Erlaubnis war anfang 2019 erloschen, war aber von der Landesregierung verlängert worden. Am 1. Juli 2021 soll das neue Gesetz in Kraft treten. Der bisherige Staatsvertrag wird dann auslaufen.

Glücksspiel in anderen Ländern Europas

Auch in anderen Ländern gibt es Bestrebungen, Spielsüchtige von Online-Plattformen fernzuhalten. Die belgischen Wettbehörden haben ein Einzahlungslimit von 500 Euro pro Woche auf in Belgien betriebene Webseiten angekündigt. Die spanische Regierung hat die Werbung für Glücksspiel auf ein Zeitfenster zwischen ein und fünf Uhr morgens beschränkt. Lettland hat Online-Glücksspiele überhaupt verboten, bis alle Beschränkungen wegen des Coronavirus aufgehoben werden.

Das sind aber Ausnahmen. Die meisten Länder in Europa haben nur minimale Änderungen vorgenommen. Brancheninsider sagen, dass der Übergang zu Online-Spielen sehr schnell und nahezu universell erfolgt ist. Wegen der Konkurrenz vieler Anbieter haben die Spieler jetzt gute Möglichkeiten, sich einen 
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Es hat einen deutlichen Mentalitätswandel der Menschen gegeben, die jetzt auf weniger Sportereignisse wetten können. Die meisten der großen Wettanbieter gehen deshalb dazu über, neben Sportwetten auch Casinos zu betreiben.

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