Wie hat die Coronapandemie die Immobilienwelt verändert?

Seit März 2020 verbringen die Deutschen wesentlich mehr Zeit in den eigenen vier Wänden als zuvor. Home-Office, Homeschooling, Ausgangssperren und vieles mehr haben den Alltag massiv verändert. Auch der Blick auf die eigene Wohnung oder das eigene Haus verändert sich. Doch wurde in der Coronapandemie wirklich mehr verkauft? Boomt der Immobilienmarkt? Oder wie hat sich die Branche durch die Krise verändert?

Auch in Zeiten von Corona boomt der Immobilienmarkt und die Preise steigen kontinuierlich.Foto: Pixabay.com nattanan23 (CC0 Creative Commons)hochgeladen von Online Redaktion

Steigende Immobilienpreise trotz Corona?
Wer denkt, dass durch die anhaltende Pandemie die Immobilienpreise sinken, hat sich geirrt. Denn, obwohl die Wirtschaft in vielen Teilbereichen unter den Auswirkungen der Pandemie leidet, bleibt der Immobilienmarkt hiervon weitestgehend verschont. Der Immobilienmarkt befindet sich nach wie vor im Aufwärtstrend und die 
Preise steigen kontinuierlich.

Dass dies „trotz“ der Pandemie passiert, ist ebenfalls nicht korrekt. Stattdessen ist es so, dass die Preise gerade wegen der internationalen Krise weiter steigen. Die Nachfrage nach Eigenheimen ist hoch und es wird weiterhin gebaut. Wie sich die 
Quadratmeterpreise nach Corona entwickeln, kann deshalb nur gemutmaßt werden.

Sehr wahrscheinlich ist es, dass sie, gerade in den Großstädten München, Berlin, Hamburg und Köln, auf einem noch höheren Niveau liegen werden als vor der Pandemie. Es lohnt sich deshalb, lieber früher als später auf Immobiliensuche zu gehen und zu kaufen.

Jeder 5. Mieter in Deutschland überlegt, in Eigentum zu investieren. Foto: Pixabay.com geralt (CC0 Creative Commons)hochgeladen von Online Redaktion

Das Eigenheim wird für Familien attraktiver – aus mehreren Gründen
Die Frage nach dem Warum treibt nicht nur Wissenschaftler um. Auch für Immobilienmakler und Stadtplaner ist es interessant, zu sehen, weshalb die Immobilienpreise nach wie vor im Aufwärtstrend sind. Gerade Familien wünschen sich heutzutage Wohneigentum. Ein eigener Garten ist hier ein wichtiges Kriterium. Denn die Pandemie hat eines gezeigt: Platz im Freien ist essenziell für das Wohlbefinden. Ein 
Häuschen im Grünen ist deshalb für viele attraktiv.

Ein weiteres Kriterium ist Abgeschiedenheit. Gerade Großstädter merken, dass der Platz in den Innenstädten und den dicht bebauten Wohngegenden begrenzt ist. Viele Menschen müssen sich wenig Platz teilen. Wer etwas außerhalb lebt, hat mehr Ruhe. Die Gefahr, sich mit dem hochansteckenden Coronavirus zu infizieren, ist geringer. Die Möglichkeiten, Zeit an der frischen Luft zu verbringen, sind vielfältiger für Menschen, die nicht mitten in der Stadt leben.

Der dritte Grund für den Wunsch nach einem Eigenheim ist Platz. Ein Haus bietet oft mehr Zimmer als eine kleine Mietwohnung in der Stadt. Für Menschen, die im vergangenen Jahr bereits im Homeoffice gearbeitet haben, und Familien, deren Kinder im Homeschooling sind oder waren, ist dies unabdingbar. Ein eigenes kleines Büro ist zum Arbeiten viel effektiver als ein Küchen- oder Esstisch mit Laptop. Das Gleiche gilt für die Beschulung der Kinder. Auch hier gilt es,
eine gute Arbeitsumgebung mit wenig Ablenkung zu schaffen.

Wenn mehr und größere Räume zur Verfügung stehen, ist die Umsetzung sehr viel einfacher.

Umzüge sind schwieriger als vor Corona
Eine weniger positive Auswirkung der Coronapandemie ist die Schwierigkeit von Umzügen an sich. Hier sehen sich Menschen mit zahlreichen Hürden konfrontiert. Das beginnt bereits bei der Planung des Umzugs. Umzugskartons ließen sich lange Zeit nicht mal eben im Baumarkt oder Möbelhaus kaufen, da diese Geschäfte geschlossen hatten. Umzugsunternehmen lassen sich Umzüge heute ebenfalls im Durchschnitt mehr kosten als noch vor 1,5 Jahren. Und wer lieber mithilfe von Freunden umziehen möchte, musste 2020 einfach abwarten. Denn die Kontaktbeschränkungen ließen dies nicht zu. Diese Hürden halten bis heute an, wenngleich Freunde und Familie heute, um beim Umzug helfen zu dürfen, lediglich getestet sein müssen.

Der nächste Schritt ist dann die Ummeldung. Wer umzieht, muss sich innerhalb weniger Wochen am neuen Wohnort offiziell anmelden. In der Regel ist dies im Rathaus oder Bürgeramt der Kommune zu erledigen. In Zeiten von Corona gar nicht so einfach: Viele Rathäuser haben nach wie vor für den Bürgerverkehr geschlossen. Onliner oder per Telefon lässt sich die Ummeldung aber ebenfalls nicht einfach so erledigen. Oft ist dieser Schritt mit zahlreichen Telefonaten und viel Papierkram verbunden.

Schließlich geht es an das Herrichten der alten Wohnung. Oft muss diese noch einmal gestrichen werden. Doch wo kommt die Farbe her? Richtig, wieder aus dem Baumarkt, der lange geschlossen war. Hier zeigt sich, dass die Coronapandemie auch in Sachen Immobilien nicht nur positive Effekte hat. Da ist es nur verständlich, dass nicht jeder Lust hat, umzuziehen. Viele möchten einfach in ihrem trauten Heim bleiben und sich dort  
einen kleinen Ruhepol schaffen.

Büroflächen erleben keinen Immobilienboom.Foto: Abb. 3: Pixabay.com Free-Photos (CC0 Creative Commons)hochgeladen von Online Redaktion

Geschäftliche Immobilienbranche folgt dem Trend nicht
Der einzige Bereich der Immobilienbranche, der nicht im Aufschwung ist, ist der der Geschäftsimmobilien. Hier zeigt sich, dass die Wirtschaft zahlreiche Einbußen hinnehmen musste. Denn seit April 2020 wurden weitaus weniger Büroflächen vermietet, gebaut und in Betrieb genommen. Ganz im Gegenteil sind viele Geschäfts- und Gewerbeflächen heute leerstehend, da Unternehmen ihren Betrieb aufgeben mussten.

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