Der BSV erstellt ein umfassendes Schutzkonzept für Kinder und Jugendliche Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen

tk. Buxtehude. Wer Sport im Verein macht, egal ob Breiten- oder Leistungssport, soll sich in einem sicheren und verlässlichen Umfeld bewegen. Akzeptanz und Wertschätzung müssen selbstverständlich sein. Ebenso wie Schutz vor jedweden Übergriffen – verbal oder körperlich. Das gilt grundsätzlich, aber besonders für Kinder und Jugendliche. Der Buxtehuder SV erarbeitet daher ein einheitliches und umfassendes Schutzkonzept für Kinder und Jugendliche. „Wir wollen alle im Verein für dieses Thema sensibilisieren“, sagt Stefan Hebecker, BSV-Vorstandsvorsitzender. „Das geht nicht von heute auf morgen, sondern ist ein Prozess über zwei bis drei Jahre“, ergänzt Sportlotsin Julia Deke.

Der BSV engagiert sich seit Jahren im Kinderschutz. Das, was bisher erreicht wurde, reicht nach Ansicht einer Projektgruppe, die sich um das Thema kümmert, aber nicht mehr. „Das neue Normal ist nicht mehr das alte“, sagt Hebecker und nennt ein konkretes Beispiel: Früher sei es beim Schwimmunterricht ganz normal gewesen, dass der Trainer oder die Trainerin ein Kind als Hilfestellung unter den Bauch fasste. Das gehe heute nicht mehr mit dieser Selbstverständlichkeit. Genauso klar wie kommuniziert werden müsse, dass ein Übungsleiter jetzt Hilfestellung gibt, müsse ein Kind das ablehnen dürfen. „Jeder darf nein sagen“, betont Hebecker. Es gehe darum, kritisch zu hinterfragen, ob das Satz „das war schon immer so“ überhaupt noch Gültigkeit besitze, so Julia Deke. „Was ist in Ordnung, wo werden Grenzen überschritten.“

Das Schärfen des Blicks, das Hinterfragen des Bisherigen sei nichts, was von heute auf morgen auf allen Ebenen klappe. „Wir müssen alle mit ins Boot holen und vielleicht an der einen oder anderen Stelle auch noch  Überzeugungsarbeit leisten“, sagt Julia Deke. „Wir stülpen keinen Leitfaden über, es müssen alle mitziehen“, so Stefan Hebecker.

Dass Sport auch Körperlichkeit und ein Messen miteinander bedeute, schränke nicht die Bedeutung eines Schutzkonzeptes ein, erklären die beiden. Es geht um das Bewusstsein, jederzeit nein sagen zu können. Bei dem gesamten Prozess zur Erstellung des Schutzkonzeptes soll der Blick möglichst weit gefasst werden: Abhängigkeitsverhältnisse und ein Ausleben von Hierarchien  rücken ebenfalls in den Fokus. Am Ende soll ein Bewusstseinswandel stehen: „Jeder achtet auf sich und die anderen“, sagt Julia Deke. Und wenn dann doch etwas wie ein Übergriff geschehen sollte, wird es feste Strukturen geben: Geschulte Ansprechpartnerinnen und -partner stehen zur Verfügung. 

„Sport soll Spaß machen“, sagen Julia Deke und Stefan Hebecker. „Und Sport macht dann noch mehr Spaß, wenn jede und jeder weiß: Es gibt Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen.“

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