Geschäftsführerin Natallia Dean äußert sich zum aktuellen Sachstand Schlickproblematik der Pella Sietas Werft

sla. Neuenfelde. Auf WOCHENBLATT-Nachfrage äußerte sich Geschäftsführerin Natallia Dean zur aktuellen Lage der Pella Sietas Werft, der ältesten Werft Deutschlands mit derzeit 360 fest angestellten sowie bis zu 800 auf Projektbasis beschäftigten Mitarbeitern. „Seit vielen Jahren wurde auf Kosten der Werft regelmäßig außerhalb der Sturmflutzeiten durch sogenannte ‚Wasserinjektionen‘ (Spülungen) Schlick aus dem Hafenbecken im Bereich der Pella Sietas Werft entfernt. Dies ist für die Aufrechterhaltung des Werft-Betriebes unbedingt notwendig“, betont Dean. Diese Spülungen habe ihnen die Hamburg Port Authority (HPA) seit dem Vorfall im November 2019, als es an der Schleuse zum Funktionsausfall gekommen war, untersagt.
Trotz intensiver Gespräche sei es bislang nicht möglich gewesen, zwischen der Hamburg Port Authority (HPA), Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA), der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI), der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) und der Werft einen umsetzbaren Kompromiss zu finden. Pella Sietas habe sich im Frühjahr 2020 auch an die Politik und den Senat gewandt. Zuletzt auch an den Ersten Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher und den Hamburger Wirtschaftssenator Michael Westhagemann. Seit ein paar Wochen bemühe sich Staatsrat Andreas Rieckhof sichtlich um eine Lösung. „Die Situation ist für uns auch in kommerzieller Hinsicht nicht länger tragbar“, erklärt Dean.
Die Werft ist aktuell aufgrund einer Vielzahl an Aufträgen bis Ende 2024 voll ausgelastet und zudem in Gesprächen zur Übernahme der Flensburger Werft. Viele der laufenden Projekte können aber in Neuenfelde nicht fertiggestellt werden, da die Schiffe aufgrund der massiven Verschlickung des Werftbeckens nicht zu Wasser gelassen werden können.
„Für uns ist klar: Wir möchten unseren Hamburger Standort und damit den Werftbetrieb vor Ort erhalten.“ Leider fehle in Neuenfelde aber eine tragfähige Perspektive. Dennoch würden Pella Sietas mit allen Beteiligten weiter daran arbeiten, eine zeitnahe Lösung für die Schlickproblematik zu finden.
Die Corona-Krise habe gezeigt, dass die Behörden im Zweifelsfall durchaus auch rasch und unbürokratisch handeln können. „Ein solches Handeln ist nun auch in unserem Fall gefragt“, so Dean.

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