Neues Projekt der Genossenschaft „Bürgersolarkraftwerke Rosengarten“ Carsharing für E-Autos soll Photovoltaik ergänzen

os. Buchholz. Seit Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Jahr 2017 ist es für kleine private Stromerzeuger zunehmend schwierig, z. B. Photovoltaikanlagen wirtschaftlich zu betreiben. U. a. könne man den Strom nicht mehr an andere Versorger verkaufen, erklärt Norbert Stein, Vorsitzender der 2007 gegründeten Genossenschaft „Bürgersolarkraftwerke Rosengarten“. Nach dem Abzug von Steuern, Gebühren und Abgaben blieben den 180 Mitgliedern von 40.000 Euro Umsatz pro Jahr gerade mal 10.000 Euro übrig, rechnet der ehemalige Bürgermeister von Buchholz vor. Auf der Suche nach Alternativen plant die Genossenschaft jetzt, im Landkreis Harburg ein Carsharing-Projekt für E-Fahrzeuge umzusetzen. Profitieren könnten Stein und seine Mitstreiter vom Projekt „Dorfstromer“, das im vergangenen Jahr mit großem Erfolg im Landkreis Stade initiiert wurde.
Die „Bürgersolarkraftwerke Rosengarten“ betreiben Photovoltaikanlagen an fünf Standorten – Buchholz, Klecken (Gemeinde Rosengarten), Marschacht (Samtgemeinde Elbmarsch), Lüneburg und Hamburg-Wilhelmsburg. „Groß wachsen können wir nicht mehr in diesem Gebiet“, sagt Stein. Deshalb habe die Genossenschaft die Idee für das Carsharingmodell entwickelt. Der Vorteil sei, dass man so ein moderndes Mobilitätskonzept mit einer ökologischen Komponente (Ökostrom) und dem sozialen Gedanken (gemeinschaftliche Nutzung der E-Autos) kombinieren könne, sagt Stein. Ihm schwebt vor, dass das Carsharing von einer festen Gruppe von zehn bis 20 Personen betrieben wird. Als Standorte böten sich große Neubaugebiete, Unternehmen oder ganze Kommunen an, betont Stein. Die Genossenschaft würde den Kauf der Autos und deren Wartung sowie die Abrechnung der Fahrten übernehmen. „Mindestens das Zweitauto könnte man so einsparen“, nennt Stein einen Vorteil. Ein vergleichbares Projekt werde z. B. in Mainz mit großem Erfolg umgesetzt.
So weit muss Stein gar nicht schauen. Im Nachbarkreis Stade setzte der Verein „Dorfstromer“ seit vergangenem Jahr auf die Mobilität der Zukunft. Vier E-Autos hat der Verein, dem rund 110 Mitglieder angehören, angeschafft – in Steinkirchen, Horneburg, Drochtersen und Jork. „Das Konzept hat sich bewährt“, erklärt Edgar Schmidt von den „Dorfstromern“. So sehr, dass zwei weitere Stationen eingerichtet werden: Im November soll ein E-Auto in Hollern-Twielenfleth zur Verfügung stehen, zudem stehe man in finalen Verhandlungen über einen Standort in Hamburg-Finkenwerder. Schmidt bietet seine Mithilfe an: Die „Dorfstromer“ hätten Erfahrungen gemacht, von denen andere Projekte profitieren können. Auch bei der Nutzung einer geeigneten Software könne man unterstützen.
• Fragen zum Projekt der „Bürgersolarkraftwerke Rosengarten“ werden unter kontakt@rosengartenenergie.de beantwortet. Infos zu den „Dorfstromern“ unter www.dorfstromer.eu.

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