Pläne für neue Gewerbegebiete Pioneer kann Buxtehudes „Green Valley“ werden

tk. Buxtehude. Wenn Buxtehude jeden Ansiedlungswunsch von Unternehmen berücksichtigt hätte, dann würde es heute keine freien Gewerbeflächen mehr in der Hansestadt geben. Noch sind ein paar Hektar frei und die Planungen für weitere Gebiete laufen an. Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt, Wirtschaftsförderin Kerstin Maack und der Erste Stadrat Michael Nyveld zogen Bilanz und gaben bei einem Pressegespräch einen Ausblick. „Wir haben gute Nachrichten in einer Zeit, in der Corona-bedingt viele Wirtschaftsthemen negativ sind“, sagte Katja Oldenburg-Schmidt. Auf Platz eins der zukunftsgerichteten Projekte, die Hoffnung machen, steht die Entwicklung bei Pioneer an der Apenser Straße. Das Verwaltungsteam spricht von einem „Green Valley“, das dort entstehen könnte.

Drei Gewerbegebiete mit freien Flächen gibt es derzeit. Kerstin Maack gab einen Überblick.

Hedendorf: Von insgesamt vier Hektar Fläche sind aktuell noch 1,2 verfügbar. Unter anderem hat Dammann dort weitere Grundstücke erworben, um die Produktion und das Testgelände zu erweitern. „Dieses Unternehmen ist ein echter Innovationstreiber“, lobte Maack.  Außerdem baut der „Partyservice Höft“ dort ein Gebäude, um Equipment zu lagern und die Verwaltung unterzubringen. Der Grundgedanke, dort vor allem Flächen für ortsansässige Betriebe mit Expansionswünschen bereit zu halten, sei richtig gewesen, so Maack.
Gewerbegebiet Ovelgönne: Ende 2012 hat die Vermarktung der insgesamt elf Hektar an der B73 begonnen. Zurzeit sind nur noch 2,9 Hektar frei. Beginnend mit „Hot Spring“ und dem „Strandkorbprofi“ habe sich dieses Gebiet zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt. Aktuell hat dort die Zimmerei Cohrs gebaut und Stefan Hauschildt Metallbau wird sich dort ansiedeln. Dass beide Unternehmen aus der Nachbargemeinde Neu Wulmstorf kommen, sei aber kein Indiz dafür, dass gewildert werde, so Maack. „Mit vier weiteren Unternehmen gibt es vielversprechende Gespräche“, sagte die Wirtschaftsförderin.

Das größte zusammenhängende Areal für Gewerbe und Industrie liegt am Alten Postweg. Aktuell werde über den Verkauf von 10.000 Quadratmetern an ein produzierendes Unternehmen aus dem Bereich Maschinen- und Anlagenbau verhandelt. Mit vier weiteren Firmen ist man im Gespräch. Werden aus allen Gesprächen schließlich Kaufverträge, dann sind dort nur noch 4,5 Hektar frei. In allen drei bestehenden Gewerbegebieten verfügt die Stadt derzeit noch über rund 7,6 Hektar freie Fläche, die sich in städtischem Eigentum befinden.

Die Pläne bei Pioneer
: Im vergangenen Jahr hat die Stadt das gesamte Pioneer-Gelände an der Apensener Straße gekauft. Das sind zusammen, mit Gebäude- und Freiflächen, rund neun Hektar. „Eine absolut richtige Entscheidung“, sagt Bürgermeisterin Oldenburg-Schmidt. Es kommen noch weitere Grundstücke dazu: Nördlich angrenzend an das kleine Gewerbegebiet verfügt die Stadt über 5,5 Hektar eigene Flächen. Auf der anderen Straßenseite sind es noch einmal 2,1 Hektar. Außerdem sind dort noch zehn Hektar nicht für Gewerbe überplant, die für den Bau der „Arena“ (ein gescheiteres Sport- und Eventzentrum) vorgesehen waren. Dort stehen insgesamt 27 Hektar zur Verfügung, die als innovative Gewerbefläche entwickelt werden sollen. „Im nächsten Jahr wollen wir in die Planung einsteigen“, sagt die Bürgermeisterin.  Zum Vergleich: Die gesamte Fläche dort ist ungefähr so groß, wie drei mal das Gewerbegebiet in Ovelgönne.

Wenn mit der Politik diskutiert werde, was sich dort entwickeln könne, spricht Katja Oldenburg-Schmidt vom Buxtehuder Green Valley. Innovativ und nachhaltig – auch in der Architektur – sollte das werden. Michael Nyveld benennt dabei ein wichtiges Qualitätskriterium: „Aus Apensen kommend ist das ein Einfallstor in die Stadt.“ Was es daher dort nie geben werde, seien triste Industriekulissen.  „Wir haben genug Zeit, über gute Konzepte zu diskutieren“, sagt die Bürgermeisterin.

Was in der Stadtverwaltung mit Freude gesehen wird: Buxtehude ist in der Metropolregion nach wie vor eine begehrte Adresse. Nicht nur fürs Wohnen und Leben, sondern auch als Unternehmensstandort. Daher, so Katja Oldenburg-Schmidt, seien auch die Investitionen etwa in Schulen und Sporthallen so wichtig. Nur wer das richtige und lebenswerte Umfeld biete, könne letztendlich auch bei der Suche nach neuen Gewerbesteuerzahlen punkten.

Bei dem Verkauf von städtischen Gewerbeflächen wird es bei dem Grundsatz bleiben, dass Logistik-Unternehmen in der Regel keinen Zuschlag bekommen. Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt: „Der Flächenverbrauch ist zu groß.“ Zudem entstehen in Relation zur Fläche meist zu wenige Jobs. Buxtehude sei mit dieser Grundhaltung in den vergangenen Jahren gut gefahren. 

Welche Details Bestandteil einer Planung rund um das Pioneer-Gelände werden können, steht noch nicht fest. Allerdings gibt es Möglichkeiten, die weit über die Ausweisung von Gewerbeflächen hinausgehen. So wäre es durchaus denkbar, dass auf den Grundstücken, die für das Sport- und Eventzentrum „Arena“ vorgesehen waren, etwas aus dem Bereich Freizeit und Sport entwickelt werden könnte. Nicht zu vergessen: Die CDU-Fraktion hatte vor geraumer Zeit darüber nachgedacht, ob die Stadt bei der Suche nach einem Investoren für ein Tagungshotel helfen könnte. Ein in der Diskussion genannter Standort: die ehemaligen Arena-Flächen.

Potential hat das gesamte Pioneer-Areal auch für eine mögliche Anbindung an die EVB-Strecke. So wurde in der Buxtehuder Verkehrsentwicklungsplanung als zumindest denkbares Projekt ein weiterer Zughaltepunkt hinter Pioneer genannt. „Das wäre auch eine Möglichkeit, Pendler die zum Buxtehuder Bahnhof fahren, dort einsteigen zu lassen“, sagt der Erste Stadtrat Michael Nyveld.  Das sind Ideen für Pioneer

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