Corona im Amazon-Lager: „Nur eine Kontrolle ist deutlich zu wenig“

53 Coronainfizierte im Amazon-Lager in Winsenthl. Winsen. „Wie werden im Logistikzentrum von Amazon in Winsen die Hygienevorschriften und Schutzmaßnahmen kontrolliert?“ Diese und weitere Fragen zur Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter im Logistikzentrum des Onlineriesen stellte der Grünen-Landtagsabgeordnete Detlev Schulz-Hendel an die Landesregierung (das WOCHENBLATT berichtete).Jetzt liegen die Antworten vor. Demnach infizierten sich im Zeitraum vom 16. März bis 29. April 53 Mitarbeiter des Amazonlagers in Winsen mit dem Coronavirus. „In der Zeit vom 16. bis zum 26. März wurde eine Pandemieberatung durchgeführt. Dabei wurde gemeinsam nach umsetzbaren Lösungen gesucht. Die danach vom Gesundheitsamt erlassenen mündlichen Verfügungen wurden umgesetzt“, heißt es in dem Antwortschreiben. Am 28. März sei die Umsetzung durch eine umfangreiche Fotodokumentation nachgewiesen worden. Am 8. April habe es durch die Amtsärztin eine kurzfristig angekündigte Ortsbegehung gegeben. Dabei seien die Maßnahmen vor Ort in Augenschein genommen worden. „Es wurde das gesamte Gebäude besichtigt. Anlass zur Beanstandung gab es nicht. Alle Maßnahmen wurden wie vereinbart umgesetzt“, heißt es weiter. Auch seien die Busverkehre kontrolliert worden. Auch da habe es keine Beanstandungen gegeben. Lediglich beim Ein- und Ausstieg in den Metronom komme es immer wieder zur „Traubenbildung“.“Auch nach der Antwort der Landesregierung ist das Krisenmanagement im Landkreis Harburg durchaus kritisch zu bewerten“, so Detlev Schulz-Hendel. „Wie aus den Antworten hervorgeht, haben sich die Verantwortlichen im Landkreis Harburg zu sehr auf Fotodokumentationen und Aussagen der Unternehmensleitung verlassen. Nur eine Vor-Ort-Kontrolle, die auch noch angekündigt worden ist, ist aus meiner Sicht in einer derartigen Krisensituation deutlich zu wenig. Gerade die Kontaktbeschränkungen in der Öffentlichkeit werden sehr umfangreich überprüft. Da kann es nicht sein, dass Kontrollen im Logistikzentrum von Amazon nur sporadisch und ungenügend durchgeführt werden.“

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