Die Regenbogenflagge sollte auf dem CSD nicht flattern: Stade verhängte Fahnenverbot

jd. Stade. Kürzlich fand in Stade der erste Christopher Street Day (CSD) statt. Anstelle einer Parade, wie man sie aus Großstädten kennt, wurde in der Hansestadt aber nur ein Infostand aufgebaut. Die Organisationen aus der “queeren Community” wollten so ein Zeichen für sexuelle Vielfalt und Toleranz gegenüber Lebensentwürfen außerhalb “typisch bürgerlicher” Normen setzen. Bei solch einer Aktion muss natürlich im wahrsten Sinne des Wortes Flagge gezeigt werden: Ein CSD ohne die Fahne der LGBT-Bewegung – die englische Abkürzung steht für Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender – ist undenkbar. Die “Regenbogenfahne” darf nicht fehlen, wenn Schwule, Lesben und Transsexuelle für ihre Rechte eintreten. Doch in Stade hing diese Fahne illegal am CSD-Pavillon. Die FDP will nun von der Stadt wissen, warum die “Pride Flag” nicht hätte gezeigt werden dürfen.Tatsächlich geht aus der Genehmigung für die Veranstaltung hervor, dass das Anbringen von Fahnen untersagt ist. Für den Stader FDP-Ortsvorsitzenden Enrico Bergmann ist eine solche Auflage widersinnig: “Flaggen und Transparente gehören nun einmal zu einer öffentlichen Kundgebung. Die Regenbogenfahne ist geradezu ein Symbol des CSD.” Im Namen der FDP, die zu den Unterstützern des Stader Events gehört, hat Bergmann eine Anfrage an die Verwaltung gerichtet. “Ich möchte plausibel dargelegt bekommen, warum die Fahne nicht gezeigt werden sollte.”Auf WOCHENBLATT-Anfrage verweist die Stadt auf ihre sogenannte Sondernutzungssatzung. Demnach zählt zu einer “antragspflichtigen Sondernutzung” u.a. das Aufhängen von Transparenten. “Der Einsatz von Fahnen muss separat genehmigt werden, da von Fahnen und Transparenten Gefahren ausgehen können”, heißt es in der Antwort der Verwaltung. Offenbar war diese Sondergenehmigung nicht beantragt worden. Die Veranstalter ließen sich vom Verbot aber nicht abschrecken und hängten neben der Regenbogenfahne auch noch die hellblau-rosafarbene “Trans Pride Flag” auf. “Mitarbeiter des Ordnungsamtes waren zwar vor Ort”, sagt Bergmann, “Aber sie trauten sich offenbar nicht, die Fahnen zu entfernen.”

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