Stades Bürgermeister hält die Stellung: Wegen Corona: Wechselschicht im Rathaus

jd. Stade. Nicht nur das gesellschaftliche Leben im Landkreis Stade ist wegen Corona zum Erliegen gekommen, auch in der Politik passiert so gut wie nichts mehr. Wie in vielen anderen Kommunen sind in Stade seit einer Woche alle Sitzungen der politischen Gremien auf Eis gelegt. „Es passt jetzt ganz gut, dass in den Osterferien ohnehin weder der Rat noch die Ausschüsse getagt hätten“, sagt Stades Bürgermeister Sönke Hartlef. Bei Bedarf könne der Verwaltungsausschuss Beschlüsse im Umlaufverfahren fassen. Das bedeute, die Ausschussmitglieder teilen ihre Entscheidung per Mail mit. Nach der kompletten Schließung des Stader Rathauses für die Öffentlichkeit ist es auch in den Amtsstuben deutlich leerer geworden. Viele Verwaltungsmitarbeiter arbeiten im Homeoffice. „Wir haben ein Zwei-Schicht-System eingeführt“, sagt Hartlef. Eine „rote Schicht“ und eine „blaue Schicht“ sei jeweils im Wechsel im Rathaus und von zu Hause aus tätig. Die Zeiten seien so gelegt, dass sich die beiden Schichten nicht im Rathaus begegnen. „Auf diese Weise wollen wir gewährleisten, dass die Verwaltung weiterhin arbeitsfähig bleibt.“ Wer Homeoffice mache, verbinde sich über einen mit spezieller Verschlüsselungstechnik ausgestatteten USB-Stick mit den Rathaus-Servern. So sei die IT-Sicherheit gewährleistet und man könne mit der gleichen Benutzeroberfläche wie im Büro arbeiten, erläutert Hartlef. In Wechselschicht sind auch die beiden anderen Mitglieder des Verwaltungsvorstandes, der Erste Stadtrat Dirk Kraska und Stadtbaurat Lars Kolk, tätig. „Nur ich als Bürgermeister halte hier dauerhaft die Stellung“, berichtet Hartlef. „Mein Büro liegt auch etwas abseits, sodass das Risiko für mich auch nicht so hoch ist.“Derzeit hält sich Hartlef sogar noch mehr als sonst im Rathaus auf. Vieles bespricht er jetzt am Telefon, da die meisten Termine abgesagt worden sind. „Die Telefonkonferenzen sind für mich aber noch gewöhnungsbedürftig“, berichtet Hartlef. Gebe es zu viele Teilnehmer, sei er schon mal verwirrt und wisse nicht, wer gerade am anderen Ende der Leitung spricht.

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