WOCHENBLATT-Interview mit dem scheidenden Vorsitzenden des TSV Buchholz 08, Lothar Hillmann: “Der Verein wird mir weiter am Herzen liegen”

os. Buchholz. Am Rande der Feier zum 111-jährigen Bestehen des TSV Buchholz 08 wurde jüngst bekannt, dass Lothar Hillmann (70) zum 31. Dezember sein Amt als Vorsitzender des Vereins mit rd. 3.100 Mitgliedern abgeben wird. Der Vorstand hat Holger Petruschke zum 1. Januar 2020 als Nachfolger bestimmt, auf der Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2020 wird sich Petruschke dann offiziell zur Wahl stellen. Im Interview mit WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Oliver Sander zieht Lothar Hillmann Bilanz.WOCHENBLATT: Was hat Sie dazu bewogen, nach dann fast neun Jahren den Vorsitz des TSV Buchholz 08 abzugeben?Lothar Hillmann: Auf der Jahreshauptversammlung in diesem Jahr wurde ich für zwei Jahre gewählt und habe angekündigt, dass dies meine letzte Wahlperiode sein würde. Seitdem hatte ich mehrere Gespräche mit meinem designierten Nachfolger, den geschäftsführenden Vorstandsmitgliedern und dem Präsidenten Joachim Schleif. Dabei gab es die Entscheidung, den Wechsel bereits zum Ende des laufenden Geschäftsjahres zu vollziehen. Der Gesamtvorstand ist dann am 3. September dem Vorschlag einstimmig gefolgt.WOCHENBLATT: Wenn Sie zurückschauen: Was waren die prägendsten Ereignisse während Ihrer Zeit als Vorsitzender?Hillmann: Viele sportliche Erfolge in vielen Sportarten, die Übernahme der Anlage am Holzweg vom Förderverein Jugendfußball mit dem anschließenden Bau des Jugendfußballheims, die “Erfindung” der alljährlichen 08-Sportgala und die Fortführung dieser Veranstaltung mit großem Erfolg und großer Unterstützung, der Neubau des Rasenplatzes an der Otto-Koch-Kampfbahn, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Buchholzer FC beim Bau und Betrieb des Kunstrasenplatzes, die erfolgreiche Gründung und andauernde Fortführung der SG Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten, der Beschluss der Mitglieder zur Einstellung einer hauptberuflichen Geschäftsführung des Vereins und erste Schritte für einen Erweiterungsbau an der Otto-Koch-Kampfbahn.WOCHENBLATT: Sie haben sich häufig in politischen Fragen geäußert. Ist es schwieriger geworden, einen Sportverein zu führen?Hillmann: Natürlich wird die Führung eines Vereins ständig komplizierter und schwieriger. Daran trägt die ständig sich wandelnde und zunehmend einfallsreicher werdende Bürokratie eine erhebliche Schuld. Beispiele sind der Mindestlohn, die Datenschutzgrundverordnung und das Steuerwesen. Aber auch die Sportverbände gestalten das Arbeiten der Vereine vor Ort durch ständige Veränderungen von Vorschriften nicht positiv. Die leider immer wieder aufkommende Diskussion um die Zuschüsse der Stadt für den Sportbetrieb und die Investitionen der Sportvereine ist natürlich für jeden Verein und seine Führung eine ernste Bedrohung.WOCHENBLATT: Wie sehr hat Sie das Hickhack mit dem Nachbarverein Blau-Weiss Buchholz um Trainingszeiten der Turnabteilungen genervt?Hillmann: Die jahrelange Diskussion um die Trainingszeiten im Kunstturnbereich war belastend und in weiten Teilen unproduktiv, allerdings war nicht die Diskussion mit Blau-Weiss die Hauptursache. Der schwerwiegendste Punkt in dieser Sache war für mich die völlig unvorbereitet verkündete Neuregelung dieser Trainingszeiten. Ohne Information, ohne vorherige Diskussion, ohne Darlegung von Entscheidungsgrundlagen hat die ARGE Sport den TSV Buchholz 08 vor eine neue Situation gestellt. Diese für mich bisher nicht vorstellbare Handlungsweise und die Tonart der Anordnung hat bei mir große Enttäuschung und Verbitterung hinterlassen.WOCHENBLATT: Wie wollen Sie das Mehr an Freizeit, das Sie in Zukunft zweifelsohne haben werden, nutzen?Hillmann: Die “neue” freie Zeit werde ich mit eigenen sportlichen Aktivitäten, mit meiner Frau und unseren Freunden verbringen. Gemeinsam mit meiner Frau werden wir das Dasein als seit Neuestem zweifache Großeltern genießen. Natürlich werde ich als Mitglied des Lions Club Hamburg-Rosengarten weiterhin für die Aufgaben und Ziele unseres Clubs engagiert sein. Das sportliche Geschehen beim TSV Buchholz 08 werde ich auch weiterhin aufmerksam verfolgen, der Verein wird mir weiter am Herzen liegen. Abschließend möchte ich eines betonen …WOCHENBLATT: Und zwar?Hillmann: Ich gebe mein Amt nicht aus Müdigkeit oder Verdrossenheit auf. Ich habe in den 23 Jahren im Vorstand bei 08 viel Freude und Erfolg gehabt und Unterstützung erfahren. Viele Freundschaften sind dabei entstanden. Ich scheide jetzt aus, weil ich, mit Hilfe des Vorstands, mit Holger Petruschke einen sehr geeigneten und engagierten Nachfolger in das Amt bringen kann.WOCHENBLATT: Herr Hillmann, vielen Dank für das Gespräch.

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