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Wie der „Bulle“ im Pappkarton auf Reisen geht – Buxtehude

7. November 2018


Premiere für die Stahlplastik des Jugendliteraturpreises: Per Post in die USA

tk. Buxtehude. Zwei ineinandergestapelte und sehr stabile Pappkartons, passend zugeschnittene Styroporplatten sowie Papier zum Ausstopfen – so verpackt soll die Stahlplastik des „Buxtehuder Bullen“ sicher über den großen Teich kommen. Alexandra Faruke, Hausmeisterin der Stadtbibliothek Buxtehude, hat für den Versand richtig viel Aufwand betrieben. Noch nie wurde ein „Bulle“ per Post verschickt. Weil die Empfängerin, Victoria Aveyard, nach der „Bullen“-Verleihung noch durch England und Frankreich tourte, muss die zwölfeinhalb Kilogramm schwere Figur mit der Post reisen.
„Ich habe dafür extra recherchiert“, sagt Alexandra Faruke. Was muss so ein Paket aushalten, ohne kaputt zu gehen? Zum Beispiel den freien Fall aus einem Meter Höhe. In einem Buxtehuder Spielzeugladen fand sie schließlich Hilfe und stabile Kartons. Standard-Pappschachteln wären für den „Bullen“ keine sichere Hülle.
Und welches Formular braucht der Zoll? Vordruck C23 oder C22? Ganz schon aufwändig, die Trophäe des Buxtehuder Jugendliteraturpreises in die USA zu schicken. „Stahlplastik“ wird jetzt auf dem Formular für den Zoll vermerkt.  „Ich hatte ‚German Oscar‘ vorgeschlagen“, wirft Ulrike Mensching, Leiterin der Stadtbibliothek, ein. Zwei Wochen, damit rechnet Alexandra Faruke, wird das schwere Paket mindestens unterwegs sein.
Victoria Aveyard hat Glück. Sie muss nicht – wie viele Preisträger vor ihr – die Skulptur selbst schleppen. Normalerweise besorgt das „Bullen“-Team einen Trolley und dann ist selbst anpacken angesagt. Was mitunter zu Heiterkeit führt. Die US-Autorin Susan Beth Pfeffer musste etwa mit einem knallig-pinken Köfferchen die Heimreise antreten, das ihr eine wohlmeinende Praktikantin besorgt hatte. „Der pinke Koffer kam anschließend sogar in ihrem Blog vor“, erinnert sich Ulrike Mensching.
Mal sehen, ob sich Victoria Aveyard, die natürlich noch eine nette Karte im Paket finden wird, meldet. Sie hatte bei der Übergabe des „Bullen“ angekündigt, dass er auf ihrem Esstisch sein Zuhause findet.
Übrigens: Es gibt Schrifstellerinnen und Schriftsteller, die offenbar ihres „Bullen“ überdrüssig werden. Ulrike Mensching hatte schon einmal eine Skulptur auf E-Bay entdeckt und den Verkäufer – unter einem Pseudonym – recherchiert. Den Namen verrät sie aber nicht. Gekauft hat die Stadtbiblitohek einen anderen „Bullen“, der bei einem Antiquariat auftauchte. Der war eine Variante der „Bullen“-Plastik, jedoch mit rauher Oberfläche, die aber nicht für den Buxtehuder Jugendliteraturpreis gefertigt wurde.

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